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Schleusenkammer geflutet: alles dicht

Schleusenkammer geflutet: alles dicht

Alles dicht: Die zweite Schleusenkammer der Mosel-Staustufe Zeltingen ist funktionstauglich. Das ergab die Flutung der Kammer, die gestern Morgen begann. Der Probebetrieb der Schleuse kann am 17. August beginnen.

Zeltingen-Rachtig. Kurz nach 9 Uhr gestern Morgen setzte der Montageleiter für den Stahl- und Wasserbau, Hans-Jörg Alberts, per Knopfdruck fünf riesige Tauchpumpen in Gang. Aus mehreren großen Rohren schoss das Moselwasser in die zweite Schleusenkammer. Fünf Kubikmeter schafft eine Pumpe pro Minute. Das riesige Betonbecken der zweiten Schleusenkammer, das 30 000 Kubikmeter Wasser fasst, füllte sich bis gestern Abend zu Dreiviertel. Gleichzeitig leerte sich die alte Schleusenkammer, aus der das Wasser herausgepumpt wurde. Die Mosel-Schifffahrt ist zurzeit wegen der jährlich vorzunehmenden Routine-Wartungsarbeiten an den Moselschleusen eingestellt.

Die Flutung muss über Pumpen erfolgen, da die zweite Schleusenkammer noch nicht mit der Mosel verbunden ist.

Erdwälle werden wieder abgebaggert



Erst wenn der Test erfolgreich abgeschlossen ist, können die riesigen Erddämme, die für die Bauarbeiten aufgeschüttet werden mussten, weggebaggert werden. Das Erdreich, insgesamt etwa 30 000 Kubikmeter, wird in den kommenden Wochen mit Baggern und Raupen auf dem Gelände verteilt.

Zwei Tage bleibt die 210 Meter lange, 12,5 Meter breite und zehn Meter tiefe Schleusenkammer befüllt. Dann wird das Wasser wieder abgepumpt, damit weitere Arbeiten durchgeführt werden können.

Mit der Flutung wird getestet, ob alle Dichtungen an den Schleusentoren und den Notverschlüssen in Ordnung sind und die Schwimmpoller auftreiben.

Die Flutung sollte eigentlich bereits vor vier Wochen erfolgen. Das Wasser- und Schifffahrtsamt bestand aber kurzfristig darauf, an den Längskanal-Verschlüssen Dichtungen mit einem anderen Profil zu verwenden.

Der nächste größere "Akt" an der Großbaustelle der Staustufe Zeltingen folgt am Montag, 17. August. Dann startet in Anwesenheit von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee der sechsmonatige Probebetrieb der zweiten Schleuse. An diesem Tag können die ersten Schiffe in die Kammer einfahren. Der alte Steuerstand bleibt vorerst noch in Betrieb. An dem neuen 13 Meter hohen Betriebsgebäude, ausgestattet mit modernster Technik, wird zurzeit noch gearbeitet.

Die Kosten für den Bau der zweiten Schleusenkammer belaufen sich auf rund 45 Millionen Euro. Insgesamt wurden beim Bau der zweiten Schleusenkammer 600 000 Kubikmeter Erdreich bewegt, 70 000 Kubikmeter Beton und 5000 Tonnen Stahl verbaut.