"Schlimmer als AEG"

THALFANG. (red) "Fassungslos" hat die Freie Wählergemeinschaft (FWG) der Verbandsgemeinde Thalfang die Vorgehensweise der Unternehmensleitung der Hochwald Lebensmittel-Werke zur Kenntnis genommen.

Der FWG-Vorsitzende Helmut Schuh kritisierte zugleich das Verhalten von Teilen der kommunalpolitisch Verantwortlichen der Gemeinde. "Da wird Ende Oktober 2005 die Schließung des Fleischwerks angekündigt. Zunächst geschieht gar nichts außer Presseveröffentlichungen", sagte er. Seine Gruppe habe daraufhin Anfang Dezember angesichts der sich anbahnende Katastrophe einen "Runden Tisch" gefordert. "Dafür wird die FWG dann öffentlich und in Ratsitzungen gescholten, und es wird ihr Populismus vorgeworfen. Das kann kein Mensch verstehen", so Helmut Schuh weiter. Zudem sei bei der Ortsbürgermeister-Dienstbesprechung die Idee einer Resolution aufgegriffen und ein solches Papier vom Ortsbürgermeister der Gemeinde Neunkirchen formuliert worden. "Auch viele Handwerker im Ort betroffen"

"Nachfolgend wollte davon aber keiner außer der FWG mehr etwas wissen. Auf die Tagesordnung der VG-Ratsitzung wird das Thema nicht gesetzt, obwohl die Verbandsgemeindewerke und die Gebührenzahler durch die beabsichtigte Schließung unmittelbar betroffen sind", wirft der FWG-Vorsitzende den anderen politischen Gruppen der Verbandsgemeinde vor. "Es wird fast so getan, als ob nichts passiert wäre oder passieren würde. Ein abhanden gekommener Revierleiter hat offenbar einen höheren Stellenwert als knapp 70 verlorengehende Arbeitsplätze." Erst am 12. Dezember sei schließlich von der Gemeindeverwaltung ein "Runder Tisch" einberufen worden, der allerdings erst am 12. Januar zusammenkommen soll. "Dann ist es ohnehin zu spät. Leben wir in einem Tollhaus?", fragte Schuh angesichts dieses Vorgehens und vermutet, dass die örtlichen Kommunalpolitiker noch nicht verstanden hätten, wo die Reise hingeht, da in einem Zeitraum von zwölf Jahren die Hälfte von ehemals 750 Arbeitnehmern in der VG Thalfang sang- und klanglos ihren Arbeitsplatz verloren hätten. "Das ist - gemessen an der Einwohnerzahl - weitaus bedrohlicher als der Verlust von 2000 Arbeitsplätzen bei AEG in Nürnberg", sagte der FWG-Chef. Zumal nicht nur Arbeitnehmer des Fleischwerks, sondern auch viele Handwerker am Ort betroffen seien. Die FWG fordere deshalb weiter Beharrlichkeit im Kampf um die Erhaltung des Werks.