Schlüsselübergabe im Steillagenzentrum

Bernkastel-Kues · Nach zweijähriger Bauzeit ist gestern in Bernkastel-Kues das Steillagenzentrum eröffnet worden. Knapp sechs Millionen Euro hat das Land investiert. Der Bund stellt drei Millionen Euro für die Forschung bereit.

 Dienststellenleiter Hubert Friedrich, Hendrik Hering, Julia Klöckner und Moselweinkönigin Ramona Sturm (von links) mit dem Schlüssel für das neue Steillagenzentrum. TV-Foto: Clemens Beckmann

Dienststellenleiter Hubert Friedrich, Hendrik Hering, Julia Klöckner und Moselweinkönigin Ramona Sturm (von links) mit dem Schlüssel für das neue Steillagenzentrum. TV-Foto: Clemens Beckmann

Die Prominenz überschlug sich bei der Eröffnung des Steillagenzentrums in Bernkastel-Kues mit Lobeshymnen. "Ein guter Tag für den Steillagenweinbau und für die gesamte Mosel", sagte der rheinland-pfälzische Weinbauminister Hendrik Hering (SPD). Julia Klöckner (CDU), parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, sprach gar von einem "guten Tag für ganz Deutschland".

Der Bernkastel-Kueser Stadtbürgermeister Wolfgang Port blieb etwas bescheidener. "Ein guter Tag für die Stadt und die Region", sagte er.

Sie und die übrigen Redner setzen große Hoffnungen in die Arbeit, die in dem für knapp sechs Millionen Euro errichteten Gebäude in Zukunft geleistet wird. Wie der TV berichtete, werden erstmals unter einem Dach Forschung, Beratung und Lehre gebündelt. Knapp 40 Weinbau-Experten machen sich daran, Strukturen zu legen, damit auch nachfolgende Winzergenerationen noch die Steillagen bewirtschaften. Und zwar nicht nur in den Tälern von Mosel, Saar und Ruwer.

Mit den vom Bund für die nächsten zehn Jahre bereitgestellten zehn Millionen Euro sollen Mitarbeiter des Julius-Kühn-Instituts (früher Biologische Bundesanstalt) Forschung betreiben, die allen Winzern dient, die sich auf dieser Welt in den steilen Lagen abmühen.

Hubert Friedrich, Chef des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum, wiederholte am Freitag vor mehr als 250 Gästen mehrfach einen Satz: "Wer ein Haus baut, der bleibt." Dies sei die Verpflichtung, die Steillagen zu erhalten und den Winzern ein gutes Auskommen zu gewährleisten. Das sei ein hoher Anspruch. "Daran lassen wir uns messen", versprach er.

Ein Viertel aller Rheinland-Pfalz-Urlauber kommt an die Mosel", sagte Weinbauminister Hering. Allein das sei Verpflichtung, die durch die Steillagen geprägte Kulturlandschaft zu erhalten. "Gesichert ist die Kulturlandschaft noch nicht", sagte Mosel-Weinbaupräsident Rolf Haxel. "Wir müssen uns dieser Aufgabe stellen."

Am Rande der Eröffnung demonstrierten Gegner, unter ihnen Winzer, der B 50 neu und des Hochmoselübergang.

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