Schmecken, riechen, tasten

MORBACH. (urs) Neugierig und manchmal auch etwas mutig haben sich Grundschüler durch einen Sinnesparcours geschmeckt, geschnuppert und getastet und dabei die Vielfalt von Lebensmitteln erlebt.

Hier ein Stückchen Ananas, dort eine knackige Karotte und gleich nebenan an einer Frikadelle schnuppern. Wer würde sich nicht gern für eine Stunde durch einen Sinnesparcours schmecken, schnuppern und fühlen. Doch Kinder sind für derlei Exkursionen ja oft weniger zu erwärmen. Das denken zumindest die Erwachsenen. Denn wenn das Drumherum stimmt, wagen sich selbst hartnäckige Verweigerer gesunder Kost an frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte heran. Säuerliche Mienen sind daher selten beim "Sinnesparcours", den die Lebensmittelgruppe Edeka der Grundschule Morbach für einen Tag zur Verfügung gestellt hat. Dabei sind längst nicht alle 300 Schüler rundum glücklich mit dem ungewöhnlichen Unterricht, der an neun Stationen einlädt, die Sinne zu entdecken. Der Hinweis vorab,"ich ess aber keine Banane", spricht da Bände. Aber kneifen tun die wenigsten, so dass selbst gepfefferte Banane ihre Liebhaber findet. "Die meisten sagen, mir schmeckt es lecker", wundert sich Melanie Weiland, eine der helfenden Mütter. Dem Näschen wird da schon ärgeres zugemutet. "Das hat manchmal richtig eklig gerochen", verzieht Dennis (7) die Miene bei der Erinnerung an eingeweckten Frikadellenduft. Dabei essen er und Eric (7) die eigentlich gern. Das habe wohl am Gewürz gelegen, vermuten sie. Tatsächlich auch mal gespuckt wird lediglich an der Station salzig-sauer-süß-bitter. Was Wunder, wenn man mit verbundenen Augen erst in Schokolade und dann in saure Gurke beißt. Auf die Frage, was denn am besten geschmeckt habe, meint Leon (7): "Hm, da muss ich überlegen, hm, eigentlich die knackige Mohrrübe." Gekocht mag er sie aber ebenso wenig wie Jana. "Super, das ist eine gute Sache", bilanziert Schulleiterin Frauke Lörsch. Kinder und Eltern seien begeistert. "Die Schüler haben sich unglaublich diszipliniert verhalten, geduldig angestanden und intensiv probiert." Auch die Eltern waren engagiert, halfen bei Auf- und Abbau mit und an den Ständen. Organisation und Betreuung übernahmen der Gonzerather Einzelhändler Frank Klein und Ehefrau Susanne, deren Kinder die Morbacher Grundschule besuchen. Zur Idee des Parcours sagt Klein, die Kinder sollten "erleben, wie Lebensmittel sind". Bei vielen seien die Geschmacknerven ja etwas degeneriert. Doch "mit dem richtigen Mix" und einer Frage, wie "wer mag denn mal probieren", ließe sich da gegensteuern.

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