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Schmetterling gibt weiter die Richtung vor

Schmetterling gibt weiter die Richtung vor

Am 23.November 2003 starb die 17-jährige Anna Becker an Krebs. Für viele Menschen bleibt sie durch die segensreiche Arbeit des Vereins "Von Betroffenen für Betroffene" gegenwärtig.

Auch fünf Jahre nach ihrem Tod unvergessen: Anna Becker. Foto: privat

Burgen. Der November gilt als Trauer-Monat. Mehr Menschen als sonst im Jahr lenken ihren Schritte auf Friedhöfe, um ihrer Angehörigen zu gedenken. Viele Gräber ähneln sich. Doch es gibt auch Ruhestätten, die davon zeugen, dass dort ein Mensch beerdigt worden ist, der zu Lebzeiten für seine Umgebung eine ganz besondere Rolle gespielt haben muss.

Dazu zählt das Grab von Anna Becker, deren Todestag sich am Sonntag, 23. November, zum fünften Mal jährt. Von diesem Grab geht unweigerlich etwas Lebendiges aus.

Für viele Menschen lebt Anna Becker auch weiter. Die von ihr im Dezember 2000, als sie glaubte den Krebs besiegt zu haben, gegründete Stiftung "Von Betroffenen für Betroffene" tut weiter viel Gutes und nimmt Jahr für Jahr größere Dimensionen an.

17 Jahre alt war Anna Becker, als sie am 23. November an Krebs starb. Doch das war nicht das Ende der Stiftung, die in glücklicheren Zeiten gegründet worden war, um chronisch und krebskranken Kindern zu helfen (der TV berichtete). Es ging erst richtig los.

Vater Hermann und Mutter Heidelinde haben es sich zur Aufgabe gemacht, weiter zu helfen. Mit Unterstützung von fünf Vorstandsmitgliedern, 115 Fördermitgliedern, die jährlich mindestens 25 Euro zahlen und vielen Spendern, die dem Verein Beträge aus fröhlichen Veranstaltungen (Geburtstagen etc.) und traurigen Anlässen (Beerdigungen) zur Verfügung stellen, ist dies möglich. Allein 2007 hat der Verein 65 000 Euro in Projekte (Reittherapie, Freizeitaktivitäten, Bezahlung einer Fachkraft) investiert, die chronisch und krebskranken Kindern zugute kommen.

Das meiste Geld floss und fließt in das im September 2007 ins Leben gerufene Projekt "Unterstützung für Kinder und Jugendliche krebskranker Eltern". Es soll ausgeweitet werden. Derzeit wird eine Diplom-Psychologin halbtags beschäftigt. Wunsch ist eine Ausweitung um das Dreifache. Dabei könnte die Antonia-Ruut-Stiftung helfen, die ein Industrieller für seine an Krebs verstorbene Ehefrau einrichtete. Hermann Becker hat vielversprechende Kontakte zu den Geschäftsführern Peter Mischa und Peter Hoddenbagh.

Anna Becker ist vielen Menschen in Erinnerung geblieben. Bei Vater Hermann, Mutter Heidelinde und Bruder Johannes ist sie jeden Tag gegenwärtig. Am Sonntag wird die Erinnerung besonders groß sein. Dann werden sich viele Freunde in Burgen versammeln. "Wir werden lachen, Anekdoten erzählen, weinen und auf den Friedhof gehen", sagt die Mutter.

"Es ist mein Weg, und den muss ich gehen", hatte Anna vor ihrem Tod gesagt. "Es ist unser Weg, ihren Tod anzunehmen, ohne ihn verstehen zu können. Die Trauer zu leben, ohne daran zu zerbrechen. Ihren Verein gemeinsam mit dem Vorstand in Annas Sinne weiter zu führen", sagt Hermann Becker.