Schmuckstück am Sportplatz

HUNDHEIM. Schöne Dinge müssen nicht immer unerschwinglich sein: Dies erfahren zurzeit 700 Hundheimer, deren neues Schmuckstück - eine Grill- und Freizeithütte - kurz vor der Fertigstellung steht. Mitte Juni ist Einweihung.

Der Wunsch, eine Grillhütte zu bauen, schwirrte schon vor 20 Jahren in den Köpfen der Dorfbewohner. Nägel mit Köpfen wurden aber erst vor gut zwei Jahren gemacht, als sich aus den Reihen aller Dorfvereine der Heimatverein gründete. Der damalige Kirmeserlös floss komplett aufs ,,Hütten-Konto". Am Anfang stand zunächst die Suche nach einem geeigneten Standort. Fündig wurde man am Sportplatz, da dort die Versorgung mit Strom am einfachsten war. Im vorigen August war Baubeginn. Jeden Samstag auf der Baustelle

Da die Hundheimer Dorfgemeinschaft wusste, was sie wollte, wurde selbst geplant und fortan jeden Samstag kräftig geschuftet. Schon während der Bauphase war schnell klar, dass hier nicht nur eine Grillhütte, sondern eine Freizeit-Oase entsteht. Da unter den Helfern viele Handwerker sind, wurde nur für die aufwändige Holzkonstruktion eine Firma beauftragt. ,,In das Hüttenvorhaben sind auch Erfahrungen aus der Nachbargemeinde Merscheid mit eingeflossen", sagt der Kassenwart Theo Schommer, der das Ganze koordiniert und sich doch selbstlos einer von vielen nennt. Kurz vor der Fertigstellung des Bauprojekts lässt sich eins feststellen: Um diese - beinahe luxuriöse - Grillhütte, für die nur wenige Bäume weichen mussten, werden viele die Hundheimer bewundern. Gut 80 Quadratmeter ist sie groß und bietet 60 Leuten Platz. Die werden dort eine selbst entwickelte, mit hygienischem Betonwerkstein versehene Grillstation vorfinden, die eine Esse mit einem Abzug hat, der zu starke Qualmentwicklung verhindert, und 3500 Euro kostete. Im Innenbereich steht eine komplette Küche, die die Herzen von Gourmets höher schlagen lässt. Und fürs Wasser, das man auch für die installierten Duschen und die Toilettenanlagen benötigt, haben die Hundheimer eine 300-Meter-Leitung gelegt. Wenn das "Schmuckstück" in wenigen Tagen fertig ist, werden über 60 Hundheimer in einem Dreivierteljahr 2500 Stunden dort gearbeitet haben. Der älteste Helfer heißt Hermann Rech (83 Jahre), der jüngste ist der elfjährige Kevin Waizenhöfer. Und was ein hohes Maß an Eigenleistung ausmacht, belegt auch die Tatsache, dass die Hütte zwar einen Wert von 100 000 Euro hat, den Heimatverein aber "nur" zwischen 40 000 und 45 000 Euro gekostet hat. Nach dem Einweihungsfest am 14. und 15. Juni kann die ,,Bassinghett", deren Namensgeber Andreas Hornberg ist, innen und außen gemietet werden. Auf dem Außengelände der Anlage kostet der Aufenthalt am ersten Tag 15 und am nächsten 7,50 Euro, innen und außen für einen Tag 50 und für die nachfolgenden Tage jeweils 25 Euro. Erste Mieter werden der Karnevalsverein und die Feuerwehr sein, die auf dem angrenzenden Platz mit den Jugendlichen ihre Zelte aufschlägt. ,,Ich glaube, dass dieses Naturhaus alle Hundheimer annehmen werden", sagt Petra Schommer, die Schriftführerin des Heimatvereins, und fügt schmunzelnd hinzu, ,,zumindest Frösche und Kaulquappen haben im nahe gelegenen Entwässerungsgraben schon eine neue Heimat gefunden."