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Schmuckstück für die Autobahnkirche

Schmuckstück für die Autobahnkirche

Eine spätgotische Pietà ist in der Autobahnkirche St. Paul aufgestellt worden. Zum feierlichen Gottesdienst hatten sich etwa hundert Menschen versammelt.

Wittlich-Wengerohr. Die jetzt in der Kirche St. Paul aufgestellte Pietà stand früher in der Internatskapelle des Peter-Wust-Gymnasiums. Daher waren neben denen, die der Kirche St. Paul seit langem verbunden sind, auch ehemalige und aktive Lehrer und Schüler zur Einweihung gekommen. Daneben konnte der Vorsitzende des Fördervereins Autobahnkirche St. Paul, Wolfram Viertelhaus, Werner Persy aus Trier, den Gestalter vieler künstlerischer Elemente der Kirche, und den Leiter des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums, Markus Groß-Morgen begrüßen. Anwesend waren auch der Kreisbeigeordnete Fritz Kohl - der Kreis ist weiterhin Eigentümer des Kunstwerks - Vertreter der Firma Teusch-Hansen, Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde Wittlich sowie Vertreter der Immobiliengesellschaft St. Paul. Der feierliche Gottesdienst, geleitet von Pater Franz-Josef Janicki, war geprägt von Texten und musikalischen Beiträgen, die sich mit dem Inhalt der Pietà, der leidenden Maria als Mutter Jesu, die ihren toten Sohn auf dem Schoß hält, auseinandersetzten.
Die musikalische Gestaltung übernahm dabei ein dem Peter-Wust-Gymnasium nahestehendes Ensemble unter der Leitung von Alice Lenz-Hademer.
Den entscheidenden inhaltlichen Akzent setzte Professor Dr. Franz Ronig, Trier, ehemaliger Leiter des Kirchlichen Amts für Denkmalpflege des Bistums Trier und Kirchenkunsthistoriker. Die Szene, die in einer Pietà dargestellt ist, findet sich so in den biblischen Texten nicht. Dort ist nur von der Abnahme des toten Jesus vom Kreuz und seiner Grablegung die Rede. Gerade solche Stellen aber, so Ronig, hätten in der Frömmigkeitsgeschichte dazu geführt, sie aus der eigenen Situation heraus und mit den eigenen Empfindungen zu ergänzen. Ab etwa 1300 entstehen dann Vesperbilder, die die Karfreitagszsene der Abnahme des Leichnams Jesu festhalten. Christus wird dabei im Schoß seiner Mutter dargestellt. Zu diesen Kunstwerken zählt auch die jetzt in St. Paul aufgestellte spätgotische Pietà, die von hoher künstlerischer Qualität ist, deren Herkunft aber im Dunkeln liegt. red