Schneck-Kreisel: Ja oder Nein?

WITTLICH. Lange währt er schon der Wunsch nach einem Kreisel am Knotenpunkt Gerberstraße (Südtangente), Trierer Straße und Feldstraße. Doch noch immer regeln Ampeln den Verkehr an der "Schneck-Kreuzung", die zugleich zentrale Zufahrtsstrecke für die Innenstadt ist.

Schon oft hat der Stadtrat über den Wunschkreisel am traditionsreichen Gasthaus Schneck in Wittlich diskutiert. Zuletzt tauchte er noch einmal im städtischen Vermögenshaushalt für das Jahr 2006 auf. Dort hat man vorsorglich 50 000 Euro städtisches Geld eingeplant. Dazu steht in den Erläuterungen: "Veranschlagt ist der Kostenanteil der Stadt Wittlich, das sind 50 Prozent der Gesamtkosten". Bislang jedoch kommt keine Bewegung in die Sache, die Ampeln regeln den Verkehr. Ein Minikreisel wäre mehr als wünschenswert

Dieser neuralgische Punkt ist naturgemäß auch Thema im Verkehrsentwicklungsplan (VEP) der Stadt. Dort hat er im Maßnahmenbereich B, Innenstadtring, für die VEP-Planer höchste Priorität. Ziele sind aus VEP-Sicht: "Verbesserung des Verkehrsflusses, Schaffung von Fahrbeziehung in alle ankommenden Straßen und die Verbesserung der Erreichbarkeit der Innenstadt." Bürgermeister Ralf Bußmer hat in dieser Angelegenheit jetzt an den Landesbetrieb Straßen und Verkehr nach Koblenz geschrieben. Dabei geht er auf Vorschläge ein, die aus Sicht der Stadt nicht akzeptiert werden können. Der eine wäre, dass von der Trierer Landstraße kommend nicht mehr geradeaus gefahren werden dürfte (praktisch in Richtung Pariser Platz/Karrstraße), der andere Vorschlag sei, dass im Gegenzug aber das Linksabbiegen aus dieser Richtung kommend möglich sein soll. Dazu führt der Bürgermeister an: "Zum einen kann man davon ausgehen, dass das Verbot des Geradeausfahrens von der Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer missachtet wird (wie auch bereits heute das Verbot des Linksabbiegens) und zum anderen die Erreichbarkeit der Innenstadt noch weiter verschlechtert wird. Aber gerade die Erreichbarkeit der Innenstadt war seinerzeit der Grund, diese Probleme durch die Einrichtung einer Kreisverkehrsanlage (Minikreisel) zu lösen." Weiter erklärt Ralf Bußmer, dass diese Lösung auch vom ehemaligen Leiter des LSV, dem Leitenden Baudirektor Decker, "favorisiert und die kurzfristige Durchführung in Abstimmung mit dem Kreis Bernkastel-Wittlich fest zugesagt" gewesen sei. So hätten Stadt und Kreis auch die Haushaltsmittel bereit gestellt. Nun erwarte man, dass der "Schneck-Kreisel" im Jahr 2007 realisiert werde. Der Bürgermeister schreibt an die Koblenzer Adresse zudem, dass wegen der früheren Zusage, die auch publiziert worden sei, diese "Zusage politisch im Raum" stehe und sich "Kaufleute sowie städtische Gremien" darauf beriefen. Abschließend wünscht sich der Stadtchef eine klare Aussage. Er schreibt deshalb: "Sollte aus mir nicht bekannten Gründen der Bau eines Kreisels nicht realisierbar sein, bitte ich Sie, Herr Hölzgen, uns eine klare und deutliche Absage zu geben, damit ich Rat und Öffentlichkeit über die neue Situation informieren kann." Etwa zwei Woche später, bis zur Stadtratssitzung vergangene Woche, in dem Ralf Bußmer aus seinem Brief zitierte, hatte er noch keine Antwort von Bernd Hölzgen vom LSV. Dennoch sagte er vor dem städtischen Gremium zuversichtlich: "Ich hoffe, dass das der abschließende Brief zu diesem Thema ist."