Schneemassen bringen Halle zum Einsturz

Schneemassen bringen Halle zum Einsturz

Das Dach einer Möbellagerhalle in Bengel ist am Dienstagnachmittag eingestürzt. Schnee und Wind hatten das Kunststoffdach eingedellt. Kurze Zeit später riss es unter der schweren Last. Verletzt wurde niemand. Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen rund 50 000 Euro.

Bengel. Ein 30 Meter langer Riss klafft im Dach der Möbelhalle, lange Plastikbahnen hängen bis auf den Boden. Die weithin sichtbare zwölf Meter hohe Traglufthalle des Möbelhauses Müller am Ortseingang von Bengel ist zusammengesackt. Sie muss abgerissen werden.
Am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr bemerkt ein Lagerarbeiter, wie sich auf dem gewölbten Kunststoffdach eine große Delle bildet und sich immer mehr Schnee dort ansammelt. Firmeninhaber Robert Müller alarmiert die Bengeler Feuerwehr, die zunächst versucht, den Schnee von dem unbegehbaren Dach herunterzuspritzen. Doch vergebens: Die schwere Kunststoffplane, die permanent von einem Gebläse mit Luft in Spannung gehalten wird, reißt im vorderen Teil der 15 Meter hohen Halle.
Die Schneemassen stürzen zu Boden und beschädigen einige der dort in Hochregalen gelagerten Möbelteile. Eine zur Auslieferung vorgesehene rund 10 000 Euro teure Einbauküche ist zerstört, außerdem mehrere kleinere Möbelteile. Insgesamt schätzt Müller den Schaden auf 50 000 Euro. In der Halle befinden sich Möbelteile im Wert von etwa einer Million Euro.
Weil die Halle im Eingangsbereich eingestürzt ist, werden nur wenige Möbelteile beschädigt. Kurz nach dem Unglück treffen zahlreiche freiwillige Helfer ein. Sie bringen noch bis zum späten Abend Möbelteile mit Kleintransportern und LKW in die leerstehende Halle einer Bengeler Firma.
Verkauf ist nicht beeinträchtigt


In dieser und nächster Woche wird die Halle komplett leer geräumt. Die 15 Jahre alte 40 mal 50 Meter große Halle werde nun abgerissen, sagt Müller. Dies sei ohnehin geplant gewesen, um an gleicher Stelle eine feste Halle zu bauen. Müller hat dafür allerdings noch keine Baugenehmigung. Der Firmeninhaber bleibt trotz des Unglücks ruhig und gefasst. "Hauptsache, es kam niemand körperlich zu Schaden", sagt er. Die Auslieferungstermine, so Müller, könnten alle eingehalten werden, der Verkauf in der Ausstellungshalle sei nicht beeinträchtigt.
Neben diesem spektakulären Unglück ereigneten sich aufgrund des plötzlichen Wintereinbruchs zahlreiche Verkehrsunfälle. Auf seiner Direktfahrt von Altlay nach Moskau rutschte am Dienstagabend der 38-jährige Fahrer eines 20 Tonnen schweren Sattelzuges auf der Steigungsstrecke oberhalb von Altlay mit seinem Gespann in den Straßengraben. Der Fahrer blieb unverletzt. Die L 194 wurde in der Nacht zum Mittwoch zwischen Altlay und der Hunsrückhöhenstraße gesperrt. Der Fahrer verbrachte die Nacht in seiner beheizten Fahrerkabine.
Insgesamt registrierte die Polizei in der Region Trier bis gestern Mittag 145 Verkehrsunfälle, bei zwölf wurden Menschen verletzt. Der Gesamtschaden beläuft sich nach vorläufigen Schätzungen auf rund 450 000 Euro. Witterungs- und unfallbedingt mussten mehrere Straßen zeitweise gesperrt werden. Darunter die B 421 am Zeller Berg, die B 327 bei Thalfang und die B 269 bei Birkenfeld. Diese Sperrungen sind wieder aufgehoben.

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