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Vor 20 Jahren
Schnelle Franzosen und später Schnee

BERNKASTEL-WITTLICH (ca) Sportlich, winterlich und kreativ ging es Mitte April 1999 im Kreis Bernkastel-Wittlich zu, wie in Blick ins TV-Archiv beweist.
Christine Catrein

Sportliches Abschiedsgeschenk Kurz vor ihrem Abzug im Sommer 1999 veranstaltete die französische Garnison in Wittlich als sportliches Abschiedsgeschenk einen Halbmarathon. Es ging vom Start in der Nähe der Hauptschule Sehlemet, an Türmchen und Rathaus vorbei zum Marktplatz. Durch den Stadtpark liefen die Sportler an der Lieser entlang in die Weinberge am Pichterberg. Nach einer weiteren Durchquerung des Parks ging es wieder zur Hauptschule, wo die Läufer auf die zweite Runde geschickt wurden. Die französische Garnison hatte den Lauf zusammen mit der Leichtathletikabteilung des Wittlicher Turnvereins (WTV) organisiert. Der Halbmarathon war in den 14. Säubrennerlauf integriert.

Nur Blechschäden Der Winter kehrte Mitte April 1999 noch einmal mit Macht zurück und verwandelte die Straßen in den Höhenlagen des Kreises teilweise in eisglatte Rutschbahnen. Besonders extrem waren die Straßenverhältnisse im Raum Morbach. Auf der Strecke von Morbach in Richtung Birkenfeld und Bruchweiler kam der Verkehr im Verlauf des Tages teilweise zum Erliegen. Es gab mehrere Unfälle – allerdings blieb es bei Blechschäden.

Studentische Ideen Nachdem der Gemeinderat Morbach den Grundsatzbeschluss gefasst hatte, die archäologische Grabungsstätte Vicus Belginum für den Tourismus zu erschließen, folgten erste Schritte zur Realisierung. In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Architektur der Fachhochschule Trier wurde ein Studenten-Wettbewerb initiiert. Mehr als 35 Ent würfe haben Studenten in zwei Gruppen erarbeitet. Die Aufgabe bestand darin, auf historischen Befunden aufbauend, eine offene Baustruktur zu entwickeln, deren Erscheinung einen dreidimensionalen Eindruck der ursprünglichen Bebauung gibt. Die Studenten Jens Karlberger und Peter Merten machten das Rennen. Der erste Spatenstich erfolgte im September 2000.

Neuer Mann für die Jugend Peter Caspers-Schultze war 1999 der neue Jugendpfleger des Kreises Bernkastel-Wittlich. Der gebürtige Trierer hatte zuvor in einer Einrichtung der stationären erzieherischen Hilfen im Landkreis Trier-Saarburg und als Dozent in der beruflichen Qualifizierung von pädagogischem Personal in der Heimerziehung gearbeitet. Sein Wissen in der Jugendhilfeplanung konnte Caspers-Schultze als Mitarbeiter in der Forschungsstelle für Regionale Jugendhilfeforschung des Fachs Pädagogik der Universität Trier vertiefen. Schwerpunkte seiner Arbeit sah Caspers-Schultze in der Organisation, der Koordination und in der Förderung von vernetzter Jugendarbeit im Kreis. Wichtig sei es, sagte die damalige Landrätin Beate Läsch-Weber anlässlich der offiziellen Einführung, dass nicht jeder Verein „das Rad neu erfindet“, sondern, dass Erfahrungen ausgetauscht werden. Die praktische Arbeit, so die Ansicht des Jugendpflegers und der Landrätin, solle vor Ort geschehen.

Segen für tausende Biker Schon am frühen Sonntagmorgen erfüllte ein Summen und Brummen von Motoren die Luft in Klausen. Dicht an dicht standen die Motorräder rund um die Wallfahrtskirche. Sie alle kamen zur dritten Motorradwallfahrt, die im Klausener Veranstaltungskalender nicht mehr fehlen darf. Mindestens 2000 Maschinen, schätzte ein Feuerwehrmann, seien an diesem Vormittag in Klausen gewesen – vielleicht auch mehr. Männer und Frauen jeden Alters, Jugendliche, Kinder und sogar Babys, in warmen Decken gut eingepackt, waren mit von der Partie. Und alle waren begeistert, als Pater Heinz-Josef Babiel, der damalige Pfarrer von Klausen, die Messe zelebrierte und anschließen die Zweiräder segnete.

Die 23. Auflage der Motorradwallfahrt findet übrigens am Sonntag, 5. Mai, statt. Es werden wieder einige hundert Biker aus der Großregion erwartet, die von Pater Albert Seul den Segen erhalten. Er verspricht: „Genügend Weihwasser steht schon bereit, damit auch jeder Biker ordentlich gesegnet wird.“