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Schnelles Internet im Industriegebiet

Schnelles Internet im Industriegebiet

Mit 370 000 Euro Zuschuss sorgt die Stadt Wittlich dafür, dass die Industriegebiete Wengerohr und Wengerohr-Süd ein leistungsfähiges Internet bekommen. Die Firma Inexio wird das Glasfasernetz in den kommenden 18 Monaten installieren.

Was nützt das schönste Gewerbegrundstück am Wirtschaftsstandort mit besten Verkehrsanbindungen, wenn der Weg ins Internet eine Holperstrecke ist? Dieses Problem haben die Industriegebiete Wengerohr und Wengerohr-Süd. Behelfslösungen wie Funk haben sich als untauglich erwiesen: So hatte ein Anbieter fünf Firmen im Wengerohrer Industriegebiet Knall auf Fall den Funkzugang gekündigt, weil er sich nicht gerechnet habe (der TV berichtete). Für die Betriebe, die teils weltweite Kundenkontakte zu pflegen haben, eine Katastrophe. Ein Exporteur sagte damals: "Ohne Internet könnten wir den Laden zumachen."

Doch niemand war bereit, in eine leistungsfähige Breitbandversorgung via Glasfaserkabel zu investieren. Zu teuer: Die Telekom, Kabel-Deutschland und andere winkten ab.

Um den für Firmen existenziell wichtigen Weg des schnellen Austauschs von Informationen via Internet möglich zu machen, hat der Stadtrat Wittlich bereits Ende 2012 beschlossen, dafür einen "verlorenen Zuschuss" an die Firma zu geben, die ein Glasfasernetz baut.

"Doch das war trotzdem relativ kompliziert und rechtlich gar nicht so einfach", sagt Bürgermeister Joachim Rodenkirch. Schließlich konnte das Vorhaben europaweit ausgeschrieben werden, es gab nur einen Bewerber: Die Firma Inexio aus dem Saarland, mit der die Stadt von Beginn an in Verhandlungen stand. Thorsten Klein, persönlich haftender Gesellschafter von Inexio: "Da geht erst einmal viel Geld in den Boden, ohne dass man schon Kunden hat." Die Firma setze darauf, "einen ordentlichen Schwung Kunden" zu gewinnen. Inexio hat sich verpflichtet, das Glasfasernetz, das mehr als 8,5 Kilometer lang ist, bis in spätestens 18 Monaten unter die Erde zu bringen. "Aber wir wollen schneller sein", sagt Thorsten Klein in der Pressekonferenz zum Vertragsabschluss im Stadthaus Wittlich.

Rainer Wener, Stadtverwaltung, sagt: "Das Thema ist für uns als Wirtschaftsförderer wichtig. Dass die Firmen entsprechend mit schnellem und leistungsfähigem Internet versorgt sind, ist heute so wichtig wie Strom." Die Kabel im Boden verlegen darf Inexio, wie andere Anbieter auch, auf öffentlichem Gebiet kostenlos. Laut Klein liegen die dafür installierten Rohre frostsicher in Tiefen von 80 Zentimetern bis viereinhalb Meter.
Die Stadtverwaltung hat 50 Firmen angeschrieben und zu einer Informationsveranstaltung am Donnerstag, 15. Mai, 19 Uhr in die Feuerwache Wengerohr eingeladen.Extra

Wittlichs Industriegebiet I hat 57 Hektar, Industriegebiet II hat 118 Hektar und III hat 20 Hektar. Das Industriegebiet Wengerohr zählt 50 Hektar und das Industriegebiet Wengerohr-Süd rund 90 Hektar, davon 70 Hektar als Bauland. 22 Hektar stehen in Wengerohr noch zum Verkauf (Stand November 2013). Zum Vergleich: Im Vitelliuspark, dem Ex-Kasernengebiet, kamen insgesamt fast 16 Hektar auf den Markt, davon hat allein der neue Globus vier Hektar übernommen. Dazu, ob das fehlende Glasfasernetz bislang Ansiedlungswünsche ausgebremst habe, sagte Rainer Wener, Wirtschaftsförderung bei der Stadtverwaltung, in der gestrigen Pressekonferenz: "Die Nachfrage nach Grundstücken ist nach wie vor sehr hoch. Wenn wir einen High-Speed-Internetanschluss haben und dazu die B50neu mit Hochmoselübergang haben wir eine 1a-Lage." Die noch verbleibenden Flächen von 22 Hektar werden zu einem Preis von 25 Euro je Quadratmeter inklusive Erschließung angeboten. (Stand November 2013). sos/Quelle: Stadtverwaltung