Schnur folgt auf Huwer

In den kommenden acht Jahren wird Manfred Schnur an der Spitze des Kreises Cochem-Zell stehen. Der Christdemokrat setzte sich in der Stichwahl gegen SPD-Kandidatin Dr. Anna Köbberling durch.

Cochem-Zell. Um 18.53 Uhr am Sonntagabend steht das Endergebnis fest: Mit 52,5 Prozent der Stimmen ist Manfred Schnur (CDU) neuer Landrat von Cochem-Zell. Am 1. November wird er sein Amt als Nachfolger von Eckhard Huwer antreten. SPD-Kandidatin Dr. Anna Köbberling hat in der Stichwahl 47,5 Prozent der Stimmen bekommen. Die Wahlbeteiligung lag bei 38,6 Prozent.Die meisten Wähler haben in der Verbandsgemeinde Treis-Karden, in der Schnur Bürgermeister ist, von ihrem Recht der Urwahl Gebrauch gemacht. Davon profitierte der 55-jährige CDU-Kandidat deutlich: Mit 62,0 Prozent erreichte er hier sein bestes Ergebnis im Vergleich der Verbandsgemeinden. Daneben gewann er die umkämpfte Verbandsgemeinde Zell mit 51,2 Prozent. Dort war es besonders spannend, weil FWG-Kandidat Matthias Müller beim ersten Wahlgang 34,8 Prozent der Stimmen geholt hatte und Schnur nur 33,9 Prozent. Schnur siegte außerdem in der Verbandsgemeinde Ulmen mit 53,2 Prozent.Die 40-jährige Anna Köbberling holte ihr bestes Ergebnis in der Stadt Cochem mit 53,3 Prozent. In der Verbandsgemeinde Kaisersesch erzielte sie 51,1 Prozent, in der Verbandsgemeinde Cochem-Land 50,7 Prozent.Bei der CDU brandet Jubel auf

Als Landrat Eckhard Huwer kurz nach 19 Uhr das offizielle Ergebnis der Stichwahl mitteilt, brandet Jubel bei der CDU auf. Manfred Schnur muss sich einen Moment hinsetzen. "Ich habe jetzt weiche Knie", sagt er. "Das war eines der ganz wichtigen Ereignisse in meinem Leben. Das Ergebnis macht mich sehr, sehr glücklich." Weniger emotional kommentiert die CDU-Kreisvorsitzende Anke Beilstein: "Es war ein harter Wahlkampf, das Ergebnis ist eine Bestätigung für die CDU und ihren Kandidaten." Enttäuschung unterdessen bei den Sozialdemokraten - auch wenn sie mit 47,5 Prozent ihr bisher bestes Cochem-Zeller Ergebnis erzielt haben. Bei der Landratswahl vor acht Jahren erreichte Heike Raab für damalige Verhältnisse sensationelle 45,9 Prozent. "Schade, dass es jetzt nicht gereicht hat", sagt Anna Köbberling. Die SPD-Kreisvorsitzende Heike Raab blickt bereits kämpferisch nach vorne. "Der Wahlkampf hat viel Energie freigesetzt", sagt sie. "Ich wünsche mir eine faire Zusammenarbeit mit der CDU und einen Landrat, der akzeptiert, das fast die Hälfte der Bürger anders entschieden hat. Das muss sich auch bei der Arbeit im Kreistag niederschlagen."Da stimmen auch Liberale und Grüne zu, die sich in einer Wahlempfehlung für die SPD-Kandidatin ausgesprochen hatten. Unisono wird die geringe Wahlbeteiligung bedauert, die auch beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen bei nur 43,3 Prozent lag. Daheim geblieben sind viele in der Verbandsgemeinde Zell. Dort sank die Wahlbeteiligung um fast acht Prozentpunkte. Offensichtlich konnte die FWG doch nicht mehr so viele Wähler für die Stichwahl mobilisieren. Nach der Wahl ist vor der Wahl: Denn in der Verbandsgemeinde Treis-Karden wird im November der Nachfolger von Schnur als VG-Bürgermeister sein Amt antreten. In der Kreisverwaltung begannen gestern Abend schon die ersten Spekulationen über einen Kandidaten.