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Schock am späten Abend in der Abtei

Schock am späten Abend in der Abtei

Gegen 22 Uhr am Dienstag hat ein Mönch ein Feuer in der Himmeroder Kirche bemerkt. Die Feuerwehr hatte den Brand schnell unter Kontrolle. Die Brandursache ist noch nicht klar, die Orgel scheint weitgehend unversehrt. Das für Sonntag geplante Konzert wurde verlegt.

Großlittgen In der Zisterzienserabtei Himmerod herrscht Stille am Mittwochmorgen. Nur ein rot-weißes Absperrband vor der Abteikirche und ein beißender Geruch vor dem Eingang der Kirche deuten noch auf den Brand in der Nacht hin. Um kurz nach 22 Uhr hatte ein Mönch ein Feuer in der Kirche bemerkt, kurz später sei der Alarm bei der Feuerwehr eingegangen, wie Stephan Christ, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, sagt.
"Uns wurde ein Feuer im Bereich der Orgel gemeldet", so Christ. 120 Wehrleute seien schnell vor Ort gewesen. "Die Sicht im Innern der Kirche lag bei Null", beschreibt Christ das Szenario beim Eintreffen der Wehren. Das größte Problem, so Christ, sei der Qualm gewesen. Da dieser nach oben zieht und die Fenster in diesem Bereich der Kirche sich nicht öffnen lassen, war der Qualm nur schwer zu bekämpfen. Das Feuer selbst sei schnell unter Kontrolle und die Gefahr gebannt gewesen, so Christ, anschließend haben die Wehrleute mit der Ent rauchung der Kirche begonnen. Aber: Da nach ersten Erkenntnissen nur Holz verbrannt sei, sei die Ruß- und Geruchsentwicklung nicht so schlimm als beim Brennen von Materialien wie Plastik oder Styropor. Dennoch, so Christ: "Die Kirche ist schon gut nachgedunkelt." Mit Schubkarren habe man Brandrückstände aus der Kirche gefahren. Gegen 2.30 Uhr war der Einsatz beendet. "Es war Glück, dass das Feuer so schnell erkannt wurde", sagt Christ. Sonst hätte der Schaden höher ausfallen können.
Trotzdem wird es wohl Wochen dauern, bis der Brandgeruch vollständig aus der Abteikirche entfernt ist. Bis dahin wird wohl kein Gottesdienst mehr in der Kirche gefeiert werden können. Die bekannte Klais-Orgel scheint weitgehend unversehrt zu sein, das Hauptstromkabel ist jedoch durchbrochen.
Für den ehemaligen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Manderscheid und "Fan von Himmerod", Walter Densborn, war der Brand in der Nacht "ein Schock". Er habe erst morgens davon erfahren und sei sofort in die Abtei gefahren, um seine Hilfe anzubieten. "Als ich dann vor Ort gesehen habe, dass der Schaden vermutlich nicht ganz so hoch ist, war ich etwas erleichtert", sagt Densborn, der fünf Jahre lang die Gastronomie in Himmerod betrieben hat und aktuell noch den Buchladen. Zum Glück seien das Dach und die Mauern unversehrt geblieben.
Die genaue Höhe des Schadens ist noch nicht klar, verletzt wurde niemand. Gestern liefen Untersuchungen der Polizei zur Brandursache. Das für Sonntag geplante Konzert in der Abteikirche der Orgelsommer-Reihe (siehe Info) mit der Griechin Ourania Gassiou wird in die Stiftskirche nach Kyllburg verlegt. Beginn ist um 15.30 Uhr. Im Einsatz waren die Feuerwehreinsatzzentrale Salmtal, die Wehrleitung Wittlich-Land, die Führungsstaffel sowie die Feuerwehren aus Burg/Salm, Großlittgen, Landscheid, Eisenschmitt, Laufeld, Manderscheid, Meerfeld und Wittlich sowie das Deutsche Rote Kreuz und die Polizei.
Weitere Fotos finden Sie im Internet unter www.volksfreund.de/fotosExtra: DIE ABTEI HIMMEROD

Foto: (m_wil )


Die Zisterzienserabtei Himmerod wurde 1135 von Bernhard von Clairvaux gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte die Abtei 1950 allgemeine Bekanntheit durch die Himmeroder Denkschrift, die der Grundstein zur Wiederbewaffnung der Bundesrepublik war. Die Klosterbetriebe der Eifeler Zisterzienserabtei waren 2011 zahlungsunfähig, sogar die Schließung des Klosters stand im Raum, konnte jedoch abgewendet werden. Zahlreiche Gönner und ein im gleichen Jahr gegründeter Förderverein unterstützen den Orden seitdem. Die Orgel der Abteikirche wurde von der Orgelmanufaktur Klais im Jahr 1962 gebaut. Von Mitte Juni bis Mitte September finden im zweiwöchentlichen Rhythmus Orgelkonzerte in der Abtei statt.