Schock im Bett: Blitz streift dicken Zeh

Schock im Bett: Blitz streift dicken Zeh

LIESER. Ein Blitz ist am späten Donnerstagabend in einem Wohnhaus in der Straße "Zum Niederberg" in Lieser eingeschlagen und hat dort große Schäden verursacht. Dabei hatte die 70-jährige Helene Hower Glück im Unglück: Der Blitz streifte ihren dicken Zeh. Er färbte sich Stunden nach dem Einschlag dunkelblau und musste ärztlich versorgt werden.

Helene Hower wusste gestern Morgen noch immer nicht so recht, was ihr am späten Abend zuvor widerfahren war. Ihr dicker Zeh am rechten Fuß ist verbunden, die 70-jährige Frau zeigt kopfschüttelnd auf die verletzte Stelle. "Ich kann es immer noch nicht fassen, es fällt mir schwer, das alles zu begreifen", sagt die Mutter von vier Töchtern und eines Sohnes. Es war am Donnerstagabend kurz vor 23 Uhr. Helene und Theo Hower waren bereits zu Bett gegangen, als über Lieser ein schweres Gewitter niederging. Plötzlich wird das Ehepaar von einem lauten Krachen aufgeschreckt. "Irgendwo muss der Blitz eingeschlagen sein", sagt Theo Hower. Im Haus gibt's kein Licht mehr, der 79-Jährige tappst durch die dunklen Räume, holt eine Taschenlampe und inspiziert sein Haus. Im Flur, in der Küche und im Wohnzimmer liegen überall Reste von Steckdosen und Elektroteilen herum. Der Fernseher, der Receiver, die Satellitenschüssel - alles ist kaputt. Unterdessen klopfen Nachbarn ans Fenster, sie haben bei Howers im Speicher Rauch entdeckt. Theo Hower eilt die steile Treppe hoch zum Speicher - es qualmt. Der Blitz hat die Panzersicherung durchschlagen und ein armdickes Stück Holz aus dem Balken gefetzt. Plastik tropft auf die Holzdielen, die langsam zu brennen beginnen. Der ehemalige Feuerwehrmann fackelt nicht lange, holt den Feuerlöscher und kann die Flammen schnell ersticken. Seine Frau Helene ist in heller Aufregung, an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Sie berichtet ihrem Mann, dass "irgendetwas" an ihrem Fuß vorbeigehuscht sei. Ganz komisch sei das gewesen. Unterdessen sind die Feuerwehren aus Kues, Lieser und Noviand alarmiert, sie eilen zum Brandherd und benetzen vorsorglich den rauchenden Holzboden mit Wasser Eine Notärztin trifft ein, misst Helene Howers Puls und sagt ihr, es sei soweit alles in Ordnung. Doch Stunden später, am frühen Morgen, fängt der dicke Zeh der Frau heftig an zu schmerzen. Er färbt sich dunkelblau bis schwarz. Der Blitz war offenbar von Steckdose zu Steckdose durchgeschlagen und dabei am Fuß der Frau vorbeigeschossen. Helene Hower: "Wenn es warm ist, halte ich immer ein Bein aus dem Bett, dabei ist es passiert." Gestern Morgen war sie noch einmal beim Arzt, der die Verletzung behandelte. Theo Hower kümmert sich nun um die Schadensabwicklung. Ein Elektriker war bereits vor Ort, unter Umständen sind neben zahlreichen Elektrogeräten auch die Leitungen beschädigt worden. Ein Mann von der Versicherung wird die Schäden begutachten. Für die Feuerwehren Kues, Lieser und Noviand war dies übrigens nicht der einzige Einsatz am Donnerstagabend. Fast zeitgleich mit der Brandmeldung in Lieser erhielt die Polizeiinspektion Bernkastel-Kues die Mitteilung, dass in Lieser offenbar ein Mann in der Mosel ertrunken sei. Ein 43-jähriger Urlauber aus Niedersachsen war mit Kindern am Moselufer in Lieser und sprang am Schiffsanleger ins Wasser. Als die Kinder den Mann aus den Augen verloren, glaubten sie, er sei untergegangen. Die Feuerwehren aus Lieser, Noviand und Kues eilten an die Mosel und ließen sofort ein Boot zu Wasser. Als sie gerade losfahren wollten, erschien der Mann wohlbehalten zu Fuß wieder am Schiffsanleger.

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