Schöne Kulisse für die Altstadt

BERNKASTEL-KUES. Das Haus Hettgen ist ein markantes Gebäude. Aber es steht leer und ist auch nicht mehr bewohnbar. An seine Stelle tritt eine Freiluft-Oase.

An schönen Plätzen mangelt es der Stadt Bernkastel-Kues nicht. Allein die Kulisse des vom Fachwerk geprägten Markplatzes bezaubert Jahr für Jahr Hunderttausende. Seit Jahren wird in der Stadt diskutiert, wie der Parkplatz hinter dem Mosel-Gäste-Zentrum (ehemalige Schule) attraktiver gestaltet werden kann. Noch 2004 soll damit begonnen werden, in diesem Bereich Nägel mit Köpfen zu machen. Das Haus Hettgen, das hinter dem Parkplatz steht, wird voraussichtlich nach dem Weinfest (Anfang September) abgerissen. Die Aufsichts- und Dienstleistungs-Direktion Trier (ADD) hat die Genehmigung erteilt, dass die Stadt das Haus kauft. Die Genehmigung ist notwendig, weil es sich um Arbeiten im Rahmen der Stadtsanierung handelt. Da es dafür Zuschüsse gibt, ist das Einverständnis der ADD notwendig.Parkplatz wird in der Höhe angeglichen

Der Parkplatz, die Moselstraße und die durch den Abriss entstehende Fläche, werden dann zu einem repräsentativen Platz umgestaltet. Dazu muss unter anderem der höher liegende Parkplatz auf das Niveau der tiefer liegenden übrigen Fläche gebracht werden. Diese Arbeiten werden, so Bauamtsleiter Heiner Nilles, erst im kommenden Jahr in Angriff genommen. Nach dem Willen der Stadt wird das Gelände, auf dem jetzt noch das Haus steht, aber so hergerichtet, dass es bereits in diesem Jahr in den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt einbezogen werden kann. Insgesamt wird der neue Platz eine Größe von etwa 1400 Quadratmetern haben. "Das ist dreimal so groß wie der Parkplatz", rechnet Stadtbürgermeister Wolfgang Port vor. Ideen für die Platznutzung gibt es bereits. Port: "Wir können dort größere Veranstaltungen machen. Und im Winter eventuell eine Eisbahn einrichten." Auch ein Zelt, in dem Veranstaltungen über die Bühne gehen, könnte dort zeitweise Platz finden. Auf jeden Fall verspricht sich Port eine "schöne Kulisse" im Herzen der Altstadt. Den Anwohnern wurden die Pläne im vergangenen Jahr bei einer Bürgerversammlung vorgestellt (der TV berichtete). Bei ihnen stießen die Pläne auf Zustimmung. Die Kosten (Hausankauf, Abriss, Gestaltung des neuen Platzes) beziffert Heiner Nilles auf etwa 430 000 Euro. Das Land trägt davon im Rahmen der Stadtsanierung 80 Prozent, die Stadt muss den Rest, also circa 85 000 Euro, aufbringen. Allerdings, so Heiner Nilles, könne es sein, dass die Landesmittel, angesichts leerer Kassen, über einen längeren Zeitraum gestreckt werden. Die Stadt müsse die anfallenden Kosten dann vorfinanzieren. Wie der Platz ausgebaut (Bodenbeschaffung) und gestaltet (Bäume etc.) wird, steht im Detail noch nicht fest. Bei Ausbau und Gestaltung wird Stadtplaner Peter Jahnen ein gefragter Mann sein. Wolfgang Port und Heiner Nilles gehen davon aus, dass der Platz in der Saison auch gastronomisch genutzt wird.

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