Schöner und ohne Schulden

SCHWARZENBORN. (ix) 16 Jahre war Johann Mehrfeld Ortsbürgermeister von Schwarzenborn bei Eisenschmitt. Der 65-Jährige will in Zukunft "etwas mehr Ruhe" haben und mehr Zeit mit seiner Frau Helga verbringen.

Insgesamt 30 Jahre hat Johann Mehrfeld sich für Schwarzenborn im Gemeinderat engagiert. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz ist er kürzlich von Wolfgang Schmitz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Manderscheid, zum Ehrenbürger der kleinen Eifelgemeinde ernannt worden. Auch wenn Schwarzenborn mit seinen gerade mal 53 Einwohnern nicht einmal auf jeder Straßenkarte verzeichnet ist, unterscheidet sich die Arbeit des Ortsbürgermeisters kaum von der in größeren Gemeinden. In seiner Amtszeit musste Mehrfeld sich um Kanal- und Straßenerneuerungen kümmern. Seitdem gibt es in Schwarzenborn auch Straßennamen für die acht innerörtlichen Straßen, entstanden aus einer Umfrage unter den Bewohnern.Mitgründer des Sportvereins Eisenschmitt

Eine neue Buswartehalle musste gebaut werden und ein Dorfbrunnen verschönert seit einigen Jahren den Ortskern. Trotz vieler Neuerungen ist die Gemeinde schuldenfrei. Etwas, das den Ort von vielen anderen unterscheidet. Anfang der 90er Jahre musste die rund 140 Jahre alte Kapelle renoviert werden. Es habe etwas gedauert, bis er "die Leute zu Spenden breit geschlagen" habe, erinnert Mehrfeld sich lächelnd. Aber es hat sich gelohnt, denn "immer wieder sagen Besucher, wie schön unsere Kapelle ist". Sein Einsatz im kirchlichen Bereich hat lange Jahre ebenfalls zu Mehrfeld's Aktivitäten gezählt: Er war rund zwölf Jahre lang Mitglied im Verwaltungsrat der Pfarrei Eisenschmitt, zu der Schwarzenborn gehört. Viele Stunden ehrenamtliches Engagement waren für Mehrfeld ein Ausgleich zu seiner Arbeit als Bauschlosser bei der Deutschen Bahn. Hinzu kommt bis heute ein kleiner landwirtschaftlicher Nebenerwerbs-Betrieb. Deshalb findet man den Ex-Bürgermeister bei schönem Wetter eher auf seinem Traktor beim Heuwenden, als zu Hause. Mit dem Ehrenamt des Ortsbürgermeisters ist in Schwarzenborn auch der Vorsitz der Jagdgenossenschaft verbunden. Kein Wunder, dass "60-Stunden-Wochen" für Mehrfeld eher die Regel, als die Ausnahme waren. Schließlich ist da auch noch sein Hobby, der Fußball. 1976 war Mehrfeld einer der Begründer des Sportvereins Eisenschmitt, dessen Vorsitzender er seit fünf Jahren ist. Und Fußball spielt er immer noch, sogar bei Turnieren. Wer aufmerksam durch Schwarzenborn fährt, wundert sich wohl über den Kinderspielplatz. "Wir haben wieder junge Familien im Dorf", erklärt Mehrfeld. Immerhin neun Kinder auf 53 Einwohner, ein Durchschnitt, der seinesgleichen sucht. Schwarzenborn scheint also ein Dorf mit Zukunft zu sein und deshalb wünscht Mehrfeld seinem Nachfolger "eine glückliche Hand", damit das so bleibt.