Schönheit im Grauen

WITTLICH. (ger) Musik am Rande des Lebens - dies war der Titel des Konzertes zur Ausstellungseröffnung "Viktor Ullmann, eine fast vergessene Biografie eines unvergesslichen Musikers" in der Wittlicher Synagoge.

Ausstellungseröffnung und Konzert - die Verbindung zwischen "stillen" Tafeln und klingenden Melodien gelang in Wittlich aufs Neue. In der Synagoge konnte Kulturamtsleiter Calleen am Vorabend des Holocaust-Gedenktages zahlreiche Gäste begrüßen. Die Moderation übernahm Beate Schröder-Nauenburg aus Berlin. Sie erläuterte Intention und Konzept der Ausstellung "Viktor Ullmann - eine fast vergessene Biografie eines unvergesslichen Musikers (1898 bis 1944)". Aus Anlass von Ullmanns 100. Geburtstag entstand die Idee, den jüdischen Komponist, der im KZ Theresienstadt interniert war und in Auschwitz ums Leben kam, zu ehren. Ullmann der Vergessenheit zu entreißen, ist das Ziel der Wanderausstellung, die 1998 erstmals in Stuttgart gezeigt wurde. Zehn Ausstellungstafeln erläutern die Biografie Ullmanns. Die etwas textlastigen Tafeln beschreiben seine berufliche wie künstlerische Entwicklung und enden mit den Qualen der Internierung und letztendlich seinem Tod im Konzentrationslager. Die Moderatorin forderte die Besucher auf, trotz des tragischen Anlasses die Schönheiten der Musik Viktor Ullmanns und der drei weiteren jüdischen Komponisten Pavel Haas (1899-1944), Erwin Schulhoff (1894-1942) und Gideon Klein (1919-1945) zu genießen. "Musik am Rande des Lebens" hieß das Konzert. Der Titel passte, denn so makaber es klingt, im KZ Theresienstadt entstand ziemlich viel neue Musik "zwecks Freizeitgestaltung".Und dies, obwohl Theresienstadt ein Ort war, so ist den Ausstellungstafeln zu entnehmen, "wo alles Musische in vollem Gegensatz zur Umwelt steht". Der Verlauf der Ausstellungseröffnung kann durchaus als Gesprächskonzert bezeichnet werden. Beate Schröder-Nauenburg gab umfassende Einblicke in die Biografie Ullmanns in Verbindung zu den vorgetragenen Werken. Am Flügel überzeugte der Pianist Jascha Nemtsov aus Potsdam. Von Variationen über Mozarts Klaviersonaten bis zum Jazz aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts reichte die Vielfalt der musikalischen Werke. Dem Anlass entsprechend wurde es ein Klavierkonzert zum stillen Genießen. Das Konzert traf die Bedürfnisse der aufmerksamen Zuhörer. Dies wurde durch kräftigen Applaus unterstrichen.Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.