Schönheitskur für Rebstöcke

Hagelschäden im Frühjahr haben Rebanlagen teilweise geschädigt. Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel gibt Tipps zu Schnittmaßnahmen für Rebanlagen nach der Lese.

Osann-Monzel/Neumagen Dhron. (red) Hagel hat nicht nur Rebanlagen geschädigt und zu Ertragsausfällen geführt, sondern auch Fruchtholz für das kommende Ertragsjahr verletzt. Deshalb empfiehlt das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel Korrekturmaßnahmen beim Rebschnitt für 2008. Dieser wurden bereits während der Vegetationszeit durch besondere Maßnahmen beim Heften bekommen. Hier einige Hinweise für die Winzer: Stammgeschädigte Junganlagen werden zur Erhaltung eines gesunden Rebstammes am sichersten nochmals unterhalb der Verletzungsstelle neu aufgebaut. Auch wenn die Triebkraft der jungen Rebe den totalen Rückschnitt auf einen Zapfen nahe der Veredlungsstelle für 2008 nicht erlaubt, kann durch einen kurzen Zapfen von hier aus für 2009 neu aufgebaut werden.Bei Fruchtholz geschädigten Ertragsanlagen ist der Zapfenschnitt oftmals die einzige Alternative, um für das nächste Jahr das Ertragspotenzial zu sichern. Im Falle eines noch möglichen Rundbiegens von normalen Halb- oder Flachbögen sollten sich Verletzungen möglichst unter dem Bogen befinden. Das Anbinden sollte also gleichzeitig mit dem Rebschnitt erfolgen. Im Falle eines gelungenen Anbindens kann anschließend das komplette alte Rebholz entfernt werden. Wegen einer möglichen Spätfrostgefahr sollte bei frühem Rebschnitt erfahrungsgemäß noch Ersatzholz stehen bleiben. Nach Entfernen dieser Ruten nach der Frostgefahr sind diese für die Raubmilben-Ansiedlung in Junganlagen zu verwenden.Der Zapfenschnitt erfordert in der folgenden Vegetationszeit mehr Aufmerksamkeit bei den Laubarbeiten. Häufig müssen überflüssige Triebe im Sinne einer luftigen Laubwand entfernt werden. Die Fruchtbarkeit der basalen Augen ist beim Zapfenschnitt sortenabhängig. Während sich der Riesling mit circa 1,5 Gescheinen beim ersten Auge schon recht fruchtbar erweist, fällt die Fruchtbarkeit bei Burgundersorten mit einem Geschein an basalen Augen bis zum Müller-Thurgau auf 0,5 Gescheine ab. Daher ist die Belastung der Zapfen unterschiedlich zu wählen. Bei Dornfelder ist der Zapfenschnitt als Ertragsmindernde Maßnahme bekannt.Beim Rebschnitt soll selbstverständlich wie in normalen Jahren die Formerhaltung des Rebstockes gewahrt bleiben. Besonders in Junganlagen ist ein kurzer Zapfen zur Fruchtholzgarantie im Bereich des unteren Biegdrahtes zu belassen.

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