"Schokoladenstraße" erhält neuen Guss
Startschuss für das derzeit größte Bauvorhaben in der Verbandsgemeinde Kell am See: In Zerf werden für 4,1 Millionen Euro Bahnhofstraße und Bergstraße auf einer Gesamtlänge von 1,8 Kilometer inklusive Kanal und Wasserleitungen neu gemacht. Der symbolische erste Spatenstich markierte am Mittwoch den Auftakt der voraussichtlich zwei Jahre andauernden Arbeiten.
Zerf. "Nach langer Vorbereitungszeit ist das Kind endlich geboren." Seit sieben Jahren beschäftigen sich Ortsbürgermeister Manfred Rommelfanger (SPD) und sein Gemeinderat mit dem Ausbau der Zerfer Bahnhofstraße, die die Einheimischen einst die "Schokoladenstraße" des 1700-Einwohner-Orts nannten, die sich nunmehr aber mit über 40 Jahren auf dem Buckel, tiefen Rissen in der Fahrbahn und Stolperstellen auf dem Gehweg in einem maroden Zustand befindet.Auch Anlieger müssen tief in den Geldbeutel greifen
Im Rat war das Vorhaben, zu dem auch die Erneuerung der Bergstraße gehört, in der Vergangenheit etliche Male behandelt worden. Die Planungen wurden in Anliegerversammlungen - etwa 80 Grundstücksbesitzer sind in beiden Straßen Anrainer - mehrfach vorgestellt und danach im Gemeindeparlament modifiziert worden, um Kostenersparnisse zu erzielen und damit den Geldbeutel der Bürger und den Haushalt der Kommune zu schonen. Dennoch: Die Ausbauarbeiten in Bahnhof- und Bergstraße, die mit dem obligatorischen ersten Spatenstich am Mittwoch offiziell begonnen haben, erfordern immer noch von gleich drei Beteiligten einen finanziellen Kraftakt. Schließlich wird in den nächsten zwei Jahren in den beiden Zerfer Straßen die stolze Summe von 4,1 Millionen Euro verbaut. "Damit ist es das zurzeit größte Bauprojekt in der gesamten Verbandsgemeinde Kell am See", betont Bürgermeister Werner Angsten (CDU). Bei 2,3 Millionen Euro liegt allein der Anteil der Verbandsgemeindewerke, die bei dem Vorhaben mit im Boot sind und auf einer Gesamtlänge von 1,8 Kilometer den Schmutz- und Regenwasserkanal, die Wasserleitungen und die Hausanschlüsse austauschen. Die Herstellung der neuen Fahrbahn, des Gehwegs und der Straßenbeleuchtung müssen Ortsgemeinde und Anlieger im Verhältnis 50:50 schultern. Die kommunale Kasse profitiert dabei von einem Landeszuschuss, "ohne den dieses Vorhaben nur schwierig umzusetzen gewesen wäre", wie Rommelfanger betont. Alle Anlieger müssen zusammen rund 830 000 Euro aufbringen. "Natürlich ist das eine gewaltige Leistung, die wir den Bürgern abverlangen", gesteht der Gemeindechef offen ein. An der Notwendigkeit des Komplett-Ausbaus gebe es aber keinen Zweifel. Angsten lobt den Zerfer Rat zudem ausdrücklich für seine "umfangreiche Bürgerinformation in Sachen Beitragsgestaltung. Da ist wirklich alles korrekt abgelaufen."Abschluss der Arbeiten vermutlich in zwei Jahren
Für die nächsten zwei Jahre - von dieser Bauzeit geht Rommelfanger aus - müssen die Bewohner von Bahnhof- und Bergstraße mit einigen Behinderungen rechnen. Allerdings werden die Arbeiten in vier Abschnitte eingeteilt, "so dass die Baustelle über andere Innerortsstraßen umfahren werden kann", sagt Rommelfanger. Zunächst werden die Bagger der bauausführenden Firma "Elenz" aus Konz in der Bahnhofsstraße auf dem Stück zwischen den Einmündungen "Mühlenweg" und "Frommersbacherstraße" rollen.