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Schreiner Joachim Drautzburg möchte aus Holzklötzchen eine Stadt bauen

Projekt : Kreative aufgepasst: Jetzt geht’s an die Klötzchen

Schreiner Joachim Drautzburg hatte beim Aufräumen seiner Werkstatt eine Idee: aus Holzstücken eine Stadt bauen. Sie soll nun Form annehmen.

Eine ganz normale Schreinerwerkstatt. Schön aufgeräumt, verschiedene Maschinen und Kisten mit Holzresten, die eigentlich verbrannt werden würden, aber eigentlich zu schade dazu. Denn viele könnte man noch zum Basteln gebrauchen. Und beim Ordnen dieser Reste kam Schreiner Joachim Drautzburg, der auch künstlerisch tätig ist, eine Idee ...

Er erzählt: „Als ich mir die Balken, Kanthölzer und Reste so angesehen habe, dachte ich, da könnte man doch noch was draus machen.“ Und weiter: „Schon während der Corona-Krise habe ich überlegt, eine Kreativ-Aktion ins Leben zu rufen. Und als ich die Klötzchen dann in der Hand hatte, kam mir die Idee, dass daraus eine Klötzchenstadt entstehen könnte.“ Eine Stadt, die alle mitgestalten können

Also machte er sich daran, einige Probestücke zu fertigen. Hochhäuser, Kirchen, Einfamilienhäuser, Stadthäuser oder Lagerhallen hat er in einfachen Formen angelegt. Dabei hat er den Maßstab 1:100 (ein Meter etwa ein Zentimeter) gewählt. Ein Haus, dass also fünf Meter in Wirklichkeit hoch ist, hat in der Klötzchenstadt eine Höhe von fünf Zentimetern.

Die Klötzchen kann man bei ihm in der Werkstatt an zwei Terminen bekommen (siehe Extra). Bei der Aktion soll auch Geld für einen guten Zweck zusammenkommen, deshalb sollen pro Holzklotz fünf Euro gespendet werden. Man kann auch eigene Holzklötze nutzen, sie sollen nur ungefähr den passenden Maßstab haben.

Und: Eine Spende ist erwünscht. Joachim Drautzburg: „Wohin genau gespendet wird, ist noch nicht klar, aber es soll auf jeden Fall eine regionale Organisation sein und sie soll sich für Kinder einsetzen.“ Unterstützt wird Joachim Drautzburg vom Verein Kunst an Hecken und Zäunen, und von Meggi Fritzen, in deren Geschäft „Heiße Nadel“ in der Karrstraße 28, man ebenfalls Klötzchen bekommen kann.

Gestalten kann jeder die Holzstücke, wie er möchte. Man kann sie anmalen, mit Papier oder  Stoff bekleben oder mit Wolle umgarnen oder sie einfach natürlich belassen. „Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Es kann das eigene Haus sein, oder ein ausgedachtes. Es muss auch nicht Wittlich sein, sondern kann eine Phantasiestadt werden. Da bin ich ganz offen,“ sagt der Künstler, der seit 30 Jahren malt, seit fünf Jahren lebensgroße, ­abstrakte Skulpturen aus Holz mit der Kettensäge fertigt und Holzschnitte von einfarbig bis vielfarbig erschafft.

„Die Miniaturgebäude sollen einzeln aufgestellt werden, wer aber einen ganzen Weihnachtsmarkt oder mit anderen zusammen einen Straßenzug bauen will, kann diesen auch auf einer Platte befestigen.“ Freuen würde sich der Initiator, wenn Schulklassen oder Gruppen mitmachen würden.

Im Advent soll die Klötzchenstadt dann ausgestellt werden. Wo genau richtet sich nach der Größe, die das Projekt annimmt. In der Werkstatt von Joachim Drautzburg sind etwa 100 Quadratmeter Platz. Wenn das ausreicht, wird die Stadt dort aufgebaut. Sollte mehr Raum gebraucht werden, will er sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung setzen, um gemeinsam nach einem Ort zu suchen.

Damit soll das Projekt aber noch nicht zu Ende sein. Es kann bis zum Frühjahr nächsten Jahres gewerkelt werden. Dann soll die Klötzchenstadt vielleicht auch im Freien aufgestellt werden. Aber bis dahin heißt es erst mal: Ran an die Holzklötzchen!