Schritt für Schritt voran

HUNSRÜCK. Die B 50 neu zwischen Platten und Longkamp kommt derzeit nicht recht voran. Momentan werden die 250 Einwände der Bürger für den überarbeiteten Plan geprüft. Anders dagegen hinter dem Flughafen Frankfurt-Hahn. Dort sind die Bagger fleißig am Werk: Die Bundesstraße 50 wird von der A 61 bei Rheinböllen bis zum Hahn auf einer Länge von rund 20 Kilometern durchgehend vierspurig ausgebaut.

Mehr Fracht und mehr Passagiere auf dem Hunsrück-Flughafen bringen bedeutend mehr Fahrzeuge auf die wichtigste Verkehrsader zum Hahn - die B 50. Läuft alles nach (Bau-)Plan, dann werden Autos und Lastwagen ab 2011 mit Autobahn-Komfort durch den Hunsrück rollen, also jeweils zweispurig in jede Fahrtrichtung und in den meisten Streckenabschnitten auch mit einer Standspur. Überall dort, wo in den kommenden Jahren zwei Fahrstreifen "angebaut" werden, wird der Standstreifen angeflanscht. Die Abschnitte, die bereits ohne Standspur ausgebaut sind, werden vorerst nicht verändert. Mit einem Haken: Die vierspurige Verbindung endet am Flughafen Hahn. Zwischen Longkamp und Hahn geht es dem Landesbetrieb Straßen und Verkehr (LSV) in Trier um die Knotenpunkte Hochscheid beziehungsweise Wederath/Hinzerath. Für beide "Kreuzungen" wird ein Planfeststellungsverfahren angestrebt. An beiden Stellen soll man künftig die Bundesstraße kreuzungsfrei queren können (der TV berichtete). Doch zurück zur Strecke Hahn-Rheinböllen. Für Norbert Olk, Leiter des für den Ausbau zuständigen LSV in Bad Kreuznach, ist es "auf Jahre hin unsere größte Baustelle". Rund 45 Mitarbeiter seiner Behörde sind mit diesem Mammut-Projekt befasst. In einem Bürogebäude bei Simmern ist als Außenstelle des LSV ein Büro eingerichtet, in dem sich sechs Mitarbeiter mit kurzen Wegen zu den Baustellen um den Fortschritt der Arbeiten kümmern. Den Ausbau der Bundesstraße haben die LSV-Mitarbeiter in drei Planungsabschnitte eingeteilt. Planungsabschnitt eins von der Ausfahrt Hahn bis Niederkostenz ist 7,3 Kilometer lang. Daran schließt sich Planungsabschnitt zwei über 7,5 Kilometer von Niederkostenz bis zum Kauerhof (im Anstieg nach Schönborn) an. Der 6,5 Kilometer lange Planungsabschnitt vom Kauerhof bis Simmern (Sonnenhof) schließt die letzte Lücke. Die drei Planungsabschnitte sind wiederum in mehrere Bauabschnitte unterteilt, die sich in der Regel nach den Anschluss-Stellen entlang der B750 richten. Derzeit arbeiten die ausführenden Firmen in den Planungsabschnitten 1 und 3 bereits "aufeinander zu". Etwa Anfang 2009 soll der erste Abschnitt zwischen Hahn und Niederkostenz fertig sein. Mitte 2010 könnten die Autos zwischen Simmern und Ohlweiler auf vier Streifen rollen. Mit den Arbeiten am Lückenschluss - dem Planungsabschnitt 2 zwischen Niederkostenz und Kauerhof - soll laut Jürgen Baum, Leiter des LSV-Baubüros in Simmern, etwa Mitte 2008 begonnen werden. Der Verkehrsfluss auf der Bundesstraße soll durch die Bauarbeiten möglichst wenig behindert werden. Einschränkungen werden sich aber nicht verhindern lassen. Im Oktober wird die B 50 voraussichtlich für zwei Tage lang voll gesperrt, wenn die alte Brücke in Simmern am Sonnenhof abgerissen wird. An kaum einer anderen Stelle werden die Dimensionen des Ausbaus der B 50 so deutlich wie am Simmerner Stadtrand. Das gute Wetter hat den Bauarbeitern in die Hände gespielt, und so konnten in den letzten Wochen kleine Berge versetzt werden. Mit den anfallenden Erdmassen werden die riesigen Löcher vor und hinter der bereits verbreiterten Brücke am Reginahof aufgefüllt und verdichtet. "Rund 130 000 Kubikmeter an Boden werden alleine in diesem Abschnitt bewegt", erklärt Gerd-Peter Michelmann, stellvertretender Leiter des Simmerner Baubüros.