Schüler bekommen ihren Schulhof

Eine Torwand, eine Kletterpyramide, Rückzugsbereiche zum Lernen und Quatschen: So soll der neue Schulhof des Cusanus-Gymnasiums Wittlich aussehen, der im Herbst fertig werden soll. Eine Arbeitsgruppe von Lehrern sowie Schülern hat sich bei der Gestaltung des Geländes eingebracht.

Wittlich. Öde, trist und viel Beton: So soll der neue Schulhof, der nun am Wittlicher Cusanus-Gymnasium gebaut wird, nicht aussehen. Dafür haben neben den Planern des beauftragten Architekturbüros Berdi aus Bernkastel-Kues auch Schüler und Lehrer der Schule selbst gesorgt.
"Anfangs sah der Plan ziemlich leer aus - mit wenig Sitzmöglichkeiten und wenigen Grünflächen", sagt die 16-jährige Schülerin Nina Lombard aus der elften Klasse, die mit weiteren Schülern und Lehrern an der Gestaltung des Schulhofs beteiligt war. "Wir haben uns während der Planungsphase mehrfach mit der Arbeitsgruppe aus der Schule getroffen", sagt Planer Jannis Fröhlich. Er arbeitet seit Sommer 2014 an dem Projekt.
"Die Schüler wünschten sich unter anderem einen Steppengarten mit besonderer Bepflanzung, diesen Vorschlag haben wir - wie viele andere auch - eingearbeitet". Nicht über grauen Asphalt, sondern über "Ökopflaster mit Vegetationsklammern" werden die Wittlicher Schüler in ihren Pausen auf dem neuen Schulhof gehen.
"Zwischen den Pflastersteinen werden Rasenfugen eingesät", erklärt Fröhlich, damit der Schulhof grün aussehe. Auch für Bewegung, Sport und Spiel bekommen die Schüler künftig allerhand Möglichkeiten: Eine Kletterpyramide, ein Basketballfeld, Torwände sowie mehrere Tischtennisplatten werden aufgebaut, damit in der Pause keine Langeweile aufkommt.
Schulleiter Wolfgang Mayer sagt: "Wir bekommen im Vergleich zu vorher einen sehr großen Bewegungsbereich." Der neue Schulhof werde im Vergleich zur alten Version auch besser aufgeteilt, sagt Fröhlich.
"Wir haben den eher lauten Bereich, der sportlich genutzt wird, und davon abgegrenzt ein ruhigeres Areal zum Verweilen, Lesen, Lernen und für Unterhaltungen." Dieser Vorschlag zur Abgrenzung stamme auch von den Schülern und sei ihnen besonders wichtig gewesen, sagt Lombard.
Die Schüler wünschten sich auch ein offenes Klassenzimmer. "Dafür werden auf dem neuen Schulhof runde Vertiefungen mit Sitzstufen eingerichtet", erklärt Fröhlich, "die durch Grünanlagen begrenzt werden". Dazu könne man den Schulhof, die Mensa, sowie das Schulgebäude demnächst barrierefrei erreichen, erklärt Planer Fröhlich. Auch wenn derzeit kein Blinder die Schule besucht, wird ein Blindenleitsystem installiert - Noppen auf dem Boden, die blinden Menschen mit Stock den Weg weisen. Trotz der etwas geringeren Fläche, die dem Bau der neuen Mensa geschuldet ist, bringe die Neugestaltung des Schulhofs einen wesentlichen Fortschritt, sagt Schulleiter Mayer. Den Schülern stehen ab dem neuen Schuljahr, das im September beginnt, immer noch 2500 Quadratmeter zur Verfügung. Bis dahin sollen die Bauarbeiten auch abgeschlossen sein, erklärt Fröhlich. "Wir freuen uns auf den neuen Schulhof, weil wir so ziemlich alle Punkte, die wir gerne haben wollten, durchgesetzt haben", sagt Schülerin Lombard.
Das Gesamtprojekt, Abriss und Neubau des Schulhofs, kostet 350 000 Euro. Das alte Pflaster ist bereits abgedeckt, der Unterboden mit Schotter befestigt. Bei passender Witterung können die Bauarbeiten für den neuen Schulhof beginnen.
Der Kreisausschuss hat der Vergabe der Baumaßnahme an die Firma Wey aus Rivenich am Montag dieser Woche zugestimmt.Extra

Die Schulhofsanierung ist Teil eines Investitionsprojekts von mehr als vier Millionen Euro, das der Kreis am Cusanus-Gymnasium und der angrenzenden Kurfürst-Balduin-Realschule plus in Wittlich realisiert. 2,8 Millionen Euro sind veranschlagt für den Neubau der Mensa mit 200 Sitzplätzen, die die Schüler beider Schulen nutzen werden. In dem Gebäude wird auch eine Bibliothek untergebracht. cmo