Schüler individuell fördern
An der Integrierten Gesamtschule (IGS) Herrstein/Rhaunen sollen Schüler verschiedener Begabungsstufen den für sie bestmöglichen Bildungsabschluss erlangen können - von der Berufsreife bis hin zum Abitur. Nun wird die neue Schulform mit Leben gefüllt.
Herrstein/Rhaunen. (vm) Flyer sind in der Mache, Elternabende terminiert: Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier hat aus Lehrkräften der Realschulen plus an den Standorten Herrstein und Rhaunen eine Planungsgruppe zusammengestellt, die sich in den nächsten Monaten intensiv mit dem Konzept und der Organisation der IGS beschäftigen wird. Erste Treffen gab es bereits.
Die Gruppe beantwortet einige Fragen zur neuen Schulform:
Wer gehört der Gruppe an - und warum?
Interessenten konnten sich um eine Teilnahme bewerben. Die Ausschreibung ging an alle weiterführenden Schulen im Aufsichtsbezirk Trier. Die Auswahl erfolgte nach einer Besprechung mit allen Kandidaten in Trier. Ziel war es, vier bis sechs Planungsgruppenmitglieder zu gewinnen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Kollegen möglichst unterschiedliche Unterrichtsfächer haben, die abgebenden Schulen gleichermaßen vertreten sind, Haupt-, Realschul- und Gymnasiallehrer in der Gruppe sind und eine möglichst ausgewogene Geschlechterzusammensetzung zustande kommt. Funktionsträger waren als reguläre Planungsgruppenmitglieder nicht zugelassen, um die Besetzung der ausgeschriebenen Leitungsaufgaben nicht zu beeinflussen. Mitglieder sind Andreas Heipe, Angelika Holzhäuser, Ludwina Otto, Kerstin Pusch, Eva Schmidt-König, Thomas Schütz, Andreas Würtz und Rosi Zimmermann. Als Planungsgruppenleiter fungiert Ralf Hellwig von der ADD Trier.
Was ist das Ziel der Gruppe, um welche Inhalte geht es?
Ziel der IGS-Planungsgruppe ist in erster Linie das Erarbeiten eines pädagogischen Konzeptes für die neue Integrierte Gesamtschule. Daneben spielen schulorganisatorische Gesichtspunkte eine große Rolle - zum Beispiel, wie die Klassenleitungen oder der Ganztagsbereich gestaltet werden.
Welche Schwerpunkte will die Gruppe setzen?
Unsere Leitidee ist: Leistungen fordern, Fähigkeiten fördern - stark für die Gemeinschaft. Wir wollen ein modernes Bildungsangebot, unterschiedliche Abschlüsse ohne Schulwechsel in vertrauter Umgebung, leistungsorientiertes Unterrichten und Fördern durch Teams mit Lehrern verschiedener Schularten und das Erlernen einer zweiten und dritten Fremdsprache ermöglichen. Auch die Ganztagsschule soll in neuer Form mit erweiterten Lernmöglichkeiten und vielfältigen Arbeitsgruppen mit Angeboten aus dem musischen, sportlichen und naturwissenschaftlichen Bereich mit Leben gefüllt werden. Die Hauptaspekte des pädagogischen Konzepts: im Team lehren und lernen und Schüler individuell fördern - in der Orientierungsstufe innerhalb der Klassen, verschiedene Leistungskurse in Mathematik, Englisch und Deutsch ab Klasse 8, in den Naturwissenschaften ab Klasse 9. Zudem geht es darum, Begabungen zu fördern und Schlüsselqualifikationen zu vermitteln: Fachwissen, Methodenkompetenz, Medienkompetenz, soziale Kompetenzen.
Die Berufs- und Studienorientierung erfolgt unter Einbeziehung von Kooperationspartnern aus regionaler Wirtschaft und Dienstleistung. Auch die intensive Zusammenarbeit mit den Eltern ist ein wichtiger Bestandteil der schulpädagogischen Arbeit. Ganztagsschüler sollen möglichst in Klassen zusammengefasst werden, um besser gefördert werden zu können. Schwerpunkte der Ganztagsschule sind die AG-Angebote, der Ausbau der Hauptfächer sowie mehr Lern- und Übungszeit für die Schüler.
Wann beginnt die Öffentlichkeitsarbeit mit Blick auf die Eltern und die IGS?
Die hat bereits durch die Zeitungsberichte begonnen, daneben sind Elterninformationsabende für den 5. November in Rhaunen und für den 12. November in Herrstein vorgesehen. Im Januar 2010 wird es eine weitere Informationsveranstaltung für Eltern geben.
Zeichnen sich Probleme oder Hindernisse ab?
Die Verteilung einer Schule auf zwei Standorte macht die Organisation und Planung nicht einfacher. Vieles muss an beiden Orten vorhanden sein und umgesetzt werden. Da sowohl der Schulträger als auch die beteiligten Verbandsgemeinden und die bisherigen Schulen in Herrstein und Rhaunen die Schulgründung unterstützen, sehen wir bisher auf der pädagogischen Seite keine unlösbaren Probleme. Landkreis und Verbandsgemeinden arbeiten an einem Konzept für die Schülerbeförderung. Dies wird für die Akzeptanz der neuen Schule sehr wichtig sein.
Hat die IGS-Planungsgruppe Wünsche?
Die Gespräche mit den Verwaltungen in Herrstein und Rhaunen laufen gut, zurzeit wird auch der Renovierungs- und Ausstattungsbedarf ermittelt. Wenn das alles umgesetzt werden kann, haben wir nur Wünsche für uns selbst: zum Beispiel, dass der Schwung und die Aufbruchsstimmung in der Planungsgruppe so anhalten und es gelingt, den Eltern und Schülern die Begeisterung zu vermitteln.