Schüler sollen sich noch besser beruflich orientieren

Bernkastel-Kues · Die Kreishandwerkerschaft will noch intensiver mit Schulen zusammenarbeiten. In einer Feierstunde haben Renate Kirchen, Schulleiterin der Realschule plus, und der Vorsitzende Kreishandwerksmeister Raimund Licht ihre Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

 Die Kooperationsvereinbarung zwischen der Kreishandwerkerschaft Mehr und der Realschule Plus ist unterzeichnet, darüber freuen sich nicht nur Rita Busch, Raimund Licht und Renate Kirchen (vorne Mitte von links). TV-Foto: Marita Blahak

Die Kooperationsvereinbarung zwischen der Kreishandwerkerschaft Mehr und der Realschule Plus ist unterzeichnet, darüber freuen sich nicht nur Rita Busch, Raimund Licht und Renate Kirchen (vorne Mitte von links). TV-Foto: Marita Blahak

Bernkastel-Kues. Ziel ist es, die Vernetzung von Schule und Handwerk zu verstärken und damit die Berufsorientierung der Schüler noch weiter zu verbessern.
Klirrende Kälte draußen, heiße Rhythmen der Schulband drinnen: In der Mensa der Realschule plus haben sich Vertreter von Schülern, Eltern und Lehrern, der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues als Schulträger, der Agentur für Arbeit, von Betrieben und der Kreishandwerkerschaft Mehr (Mosel-Eifel-Hunsrück-Region) versammelt. Grund für die Feier war die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung von Kreishandwerkerschaft und Schule. Ziel der beidseitigen "Verpflichtung" ist es, die Schüler für handwerkliche Berufsfelder zu begeistern und ihnen einen guten Übergang von der Schule in die von ihnen gewünschten Berufszweige zu ermöglichen. "Wir müssen aktiv für unsere Zukunft werben", unterstrich der Vorsitzende Kreishandwerksmeister, Raimund Licht. Denn die positive Entwicklung der Handwerksbetriebe und ihrer Wettbewerbsfähigkeit hänge entscheidend auch von qualifiziertem und motiviertem Nachwuchs ab. Daher sei es wichtig, die Vernetzung mit den regionalen Schulen noch weiter zu stärken, hob Bäckermeister Licht hervor.
Ein besonderer Bestandteil der Kooperation ist das Angebot "Meister im Unterricht". Handwerksmeister kommen in den Unterricht, berichten über ihren Arbeitsalltag im modernen Handwerk und geben den Jugendlichen die Gelegenheit, sich zu allen Themen rund um den Beruf zu informieren - angefangen bei Fragen nach den unterschiedlichen Berufsfeldern über Aufstiegsmöglichkeiten, Anforderungen bis hin zu Verdienstmöglichkeiten. Eine zentrale Rolle spiele die Einbeziehung von Eltern und Lehrern in die Partnerschaft. "Denn diese sind die wichtigsten Berufswahlbegleiter", sagte Licht.
"Handwerkliche Berufe sind wichtig, egal in welchem Bildungszweig", sagte Schulleiterin Renate Kirchen. Viele Angebote wie Berufsorientierungstage oder Praktika würden bereits durchgeführt. Arbeiten bedeute: ein Wirken mit Kopf, Herz, Hand und Verstand, unterstrich Kirchen. "Wir gehen für euch diese Verpflichtung ein, damit ihr alle in die Ausbildung kommen könnt, die ihr euch wünscht."
"Nutzen Sie diese weitere Chance, sie haben viele Partner, die sie ansprechen können", sagte Rita Busch, Vertreterin des Schulträgers zu den Schülern. "Mit den jungen Menschen kommen auch neue Ideen und Impulse", wandte sich Busch an die Vertreter der Handwerksbetriebe. Austausch und Gespräch sollten an oberster Stelle stehen.
Das Werben für qualifizierten Handwerkernachwuchs ist wichtiger denn je. Seit zwei Jahren gebe es in fast allen Berufszweigen mehr Lehrstellen als Bewerber, bestätigte Licht dem TV. In den Bereichen Elektro- oder Nahrungsmittelhandwerk sind die Chancen auf eine Lehrstelle besonders hoch. mbl