1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Schüler streichen Beller Raketenkuh neu an

Schüler streichen Beller Raketenkuh neu an

Im Rahmen des Projekts "Rettet die Raketenkuh" gehen die Sanierungsmaßnahmen an der Scheune in Bell weiter. Jetzt wird das Bild der so genannten "Raketenkuh" malerisch aufgepeppt.

Bell. Im Rahmen der Projekttage der IGS Kastellaun, die unter dem Motto "Zeitreise" stehen, hat eine Gruppe von 13 Schülern unter Leitung ihrer Kunstlehrerin Nicole Schnier begonnen, das über die regionalen Grenzen hinaus bekannte Gemälde der Raketenkuh auf der Frontseite der Scheune zu erneuern. Fachliche Unterstützung bekommen sie zusätzlich von einem Kastellauner Malerbetrieb, der auch das erforderliche Gerüst zugunsten des Projekts "Rettet die Raketenkuh" zur Verfügung gestellt hat. Farben und Materialien werden aus den bisher eingegangenen Spenden finanziert.
In der Vorbereitung auf diese Mal-Arbeiten haben sich die Schüler mit dem historischen und inhaltlichen Hintergrund der Beller "Raketenkuh" theoretisch vertraut gemacht. Während einer Unterrichtseinheit konnte Heidrun Kisters von der Friedensinitiative Hunsrück die Projektgruppe mitnehmen in die Zeit der 1980er Jahre, die Zeit des Kalten Krieges, in der im Hunsrück die atomar bestückten Cruise-Missiles stationiert wurden.
Die "Hunsrücker Raketenkuh" wurde im Vorfeld der bundesweiten Großdemonstration der Friedensbewegung 1986 von der Wandmalgruppe Düsseldorf auf einer Scheune am Ortsrand von Bell gestaltet.
Es entstanden drei Wandbilder, von denen zwei mittlerweile kaum noch erkennbar sind. 1997 hatte eine Gruppe der evangelischen Jugend im Kirchenkreis Simmern-Trarbach für eine Auffrischung der Farben gesorgt, doch nach vielen Jahren ist die Bausubstanz der Scheune in einem so schlechten Zustand, dass Sanierungsmaßnahmen unumgänglich wurden, wenn das Gebäude und die Wandbilder erhalten bleiben sollen. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe des Landes Rheinland-Pfalz hat die Scheune als ein "außergewöhnliches kulturhistorisches Mahnmal" bezeichnet.
Viele Spenden sind mittlerweile eingegangen. Der Kirchenkreis, die Kommunen, Stiftungen, die Kreissparkasse, aber auch viele Privatpersonen und der Eigentümer haben sich daran beteiligt und so die Erhaltung der "Hunsrücker Raketenkuh" unterstützt. Nicht zuletzt hat auch die Teilnahme am "Tag des offenen Denkmals" im September vergangenen Jahres zu einer größeren Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit geführt. "Anscheinend ist vielen Menschen der Erhalt und die Bedeutung dieses Mahn- und Denkmals doch sehr wichtig. Das bestärkt uns jedenfalls in unserer Absicht, die Raketenkuh auch zu erhalten", betont Heidrun Kisters. red