Geschichte Erinnern, niemals vergessen

Neumagen-Dhron · Schüler und Bürger gedenken in einer Veranstaltung vier im Oktober 1941 deportieren Mitgliedern der Synagogengemeinde Neumagen.

 In Neumagen haben Schüler und Bürger der vier jüdischen Bürger der Synagogengemeinde Neumagen  gedacht, die im Oktober 1941 über Trier und Luxemburg nach Polen deportiert wurden. Das Foto zeigt René Richtscheid vom Emil-Frank-Institut bei seiner Ansprache, die vier Koffer stehen symbolisch für die Deportierten.

In Neumagen haben Schüler und Bürger der vier jüdischen Bürger der Synagogengemeinde Neumagen  gedacht, die im Oktober 1941 über Trier und Luxemburg nach Polen deportiert wurden. Das Foto zeigt René Richtscheid vom Emil-Frank-Institut bei seiner Ansprache, die vier Koffer stehen symbolisch für die Deportierten.

Foto: TV/Petra Willems

() Es ist still in der Kapelle in Neumagen-Dhron. Vier Schulklassen und viele Bürger aus dem Ort gedenken in einer Schweigeminute den im Oktober 1941 mit dem Deportationszug „Da 3“ von Luxemburg ins Ghetto Litzmannstadt deportierten jüdischen Bürger der Synagogengemeinde Neumagen.

Zuvor hatten Schülerinnen kurze Texte zur Erinnerung und zum Leben von Emilia und Klara Hirsch sowie von  Alwine und Rosa Leib in der Kapelle vorgetragen, nachdem die Neunt- und Zehntklässler der Friedrich-Spee-Realschule plus Kerzen angezündet hatten.

Lea Alt, Isabelle Klos, Charlotte Pitchfort, Valerie Kalnitzskiy, Jule Wiecher und Anna Fortiu haben bereits im vergangenen Jahr als Anne-Frank-Peer-Guides Jugendliche durch die Ausstellung über die in der NS-Zeit verfolgte Jüdin in Hetzerath geführt. „Wir haben in Hetzerath viel gelernt“, sagen die Zehntklässlerinnen begeistert.

„Ende Oktober dürfen sie für vier Tage nach Berlin, um sich zu Anne-Frank-Botschaftern weiterzubilden“, erzählt Christiane Brinkert, die als Lehrerin unter anderem eine große Projektreihe zur Jüdischen Gemeinde in Neumagen organisierte und auch am Mittwoch an der Organisation beteiligt war.

„Und sie werden in der kommenden Woche in der Trierer Synagoge bei der Preisverleihung teilnehmen“, sagt Brinkert. Am 24. Oktober wird die Schule den Kreuzer-Voremberg Preis der Trierer Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit erhalten. Die Schüler der Friedrich-Spee-Realschule plus waren zuvor um 12 Uhr, vermutlich genau um die Zeit, als am 16. Oktober 1941 auch die vier Juden aus Neumagen abgeholt wurden, von der Krebsgasse, wo die jüdische Familie Hirsch wohnte,  mit Kerzen und vier symbolischen Koffern zur Kapelle gegangen.

René Richtscheid vom Emil-Frank-Institut in Wittlich und Willi Herres vom Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Neumagen“ hatten in der Krebsgasse einige einleitende Worte zur Geschichte der Jüdischen Gemeinde im Ort gesprochen.

Wegen der Vorkommnisse in Halle in der vergangenen Woche wurde der Gedenkmarsch und die Gedenkaktion in der Kapelle von der Polizei begleitet.

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