Schüler wollen Morbacher Abitur

Die Morbacher Integrierte Gesamtschule ist bei den Schülern offensichtlich ein Erfolgsmodell. 102 Jungen und Mädchen haben sich für die neue Oberstufe angemeldet. Das sind wesentlich mehr Anmeldungen als erwartet.

Morbach. Die Anmeldungen für die Oberstufe der Morbacher Integrierten Gesamtschule (IGS) haben alle Erwartungen übertroffen: 102 Jungen und Mädchen möchten in drei Jahren zum ersten Jahrgang gehören, die in Morbach ihr Abitur machen. "Wir sind über die hohe Anmeldezahl sehr überrascht", sagt Schulleiter Stefan Philippi. Viele Schüler hätten sich von den Realschulen plus aus den benachbarten Verbandsgemeinden angemeldet, so aus Thalfang, Neumagen-Dhron, Herrstein und Bernkastel-Kues. Einige wenige Jungen und Mädchen seien außerdem von Gymnasien an die Morbacher IGS gewechselt, weil sie die lokale Nähe gesucht hätten.Keine Höchstgrenze festgelegt

Die Schule hat 51 Schüler benötigt, damit die Oberstufe ab dem kommenden Schuljahr tatsächlich installiert werden kann. Gerechnet hat Philippi mit 70 bis 80 Schülern, die sich anmelden. Die Morbacher IGS kann trotz der vielen Anmeldungen alle Schüler aufnehmen. "In der Oberstufe ist keine Höchstgrenze festgelegt", sagt er. Im Gegensatz zu den fünften Klassen: Hier ist die Schülerzahl auf 112 limitiert, 105 werden voraussichtlich zum kommenden Schuljahr von den Grundschulen an die IGS wechseln.Warum haben sich so viele Jungen und Mädchen für die Oberstufe an der Morbacher IGS angemeldet? Philippi vermutet drei Gründe: Zum einen habe die Schule die individuelle Förderung in den Vordergrund gestellt. "Die Oberstufenschüler erhoffen sich so mehr Betreuung", sagt er. Insgesamt sei landesweit bei Realschülern ein Bedarf nach Integrierten Gesamtschulen festzustellen, weil bei diesen die emotionale Hürde bei einem Schulwechsel nicht so hoch sei. Des Weiteren habe die Morbacher IGS in der Öffentlichkeit ein gutes Image. Und zum Dritten gebe es seit den 1960er Jahren den Wunsch, in Morbach eine Oberstufe einzurichten. "Das war hier offensichtlich überfällig", sagt Philippi. Das bestätigt auch der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal. "Wir haben eine Infrastruktur geschaffen, die es bisher bei uns nicht gegeben hat", sagt er. Die Lehrkräfte der IGS hätten durch ihr hohes Engagement eine hohe Anzahl an zusätzlichen Leistungen geboten und so dafür gesorgt, dass sich die Schule zu einem leuchtturmhaften Beispiel entwickelt.Bedingt durch die höheren Schülerzahlen braucht die Morbacher IGS jetzt mehr Lehrer als angedacht. Wie viele zusätzlich kommen, sei noch nicht ganz klar, aber zwei oder drei zusätzliche Kräfte seien wohl erforderlich, sagt Philippi. Statt drei werden jetzt voraussichtlich vier Klassenräume benötigt, doch in diesem Schuljahr sei die Raumfrage kein Problem: "Das bekommen wir gestemmt", sagt er. Allerdings werden zusätzliche Räume langfristig benötigt. Ein weiterer Schultrakt am Friedhofsweg ist im Gespräch. Bei der Eröffnungsfeier der kürzlich eingeweihten neuen Mensa hat Landrat Gregor Eibes die dafür notwendige Investition auf 4,4 Millionen Euro beziffert. Laut Hackethal steht der Baubeginn dafür jedoch noch nicht fest. Derzeit laufe noch die Abstimmungsphase, sagt er.Meinung

Ein großes Plus für Morbach 102 Jungen und Mädchen wurden in diesem Jahr bei der Integrierten Gesamtschule in Morbach für die Klassenstufe 11 angemeldet. Das sind doppelt so viele wie nötig, um eine Oberstufe einzurichten. Das Gros der Schüler wird damit zu den ersten gehören, die in Morbach ihre Abiturprüfungen ablegen werden. Und damit haben die Verantwortlichen in Schule und Politik ein wichtiges Ziel erreicht: Weil die Schüler aus Morbach und Umgebung bis zum Abitur kurze Schulwege haben. Weil ihnen oft ein Schulwechsel erspart bleibt. Und weil die Abitur-Option ein echter Standortfaktor ist für Familien, die erwägen, nach Morbach zu ziehen. Die Freude darf umso größer sein, als eine Integrierte Gesamtschule inklusive Oberstufe nicht selbstverständlich ist. Das erleben derzeit die Hermeskeiler. Denn dort ist noch offen, ob der Landkreis Trier-Saarburg mit Blick auf die sinkenden Schülerzahlen und das dortige Gymnasium einen entsprechenden Antrag stellt. i.rosenschild@volksfreund.de