Infrastruktur Wittlich-Land erweitert Schulen

Salmtal/Osann-Monzel · Schülerzahlen in Osann-Monzel und Salmtal steigen, die Grundschulen brauchen mehr Platz.

  Das denkmalgeschützte Grundschulgebäude in Osann darf nicht angebaut werden. Daher ist ein zweites Gebäude geplant, ein Neubau auf dem großen Schulhof hinter dem Haus.

 Das denkmalgeschützte Grundschulgebäude in Osann darf nicht angebaut werden. Daher ist ein zweites Gebäude geplant, ein Neubau auf dem großen Schulhof hinter dem Haus.

Foto: Ursula Schmieder

Der Schulträgerausschuss der Verbandsgemeinde (VG) Wittlich-Land hat sich einstimmig positioniert. Die Grundschule Osann-Monzel soll um einen eingeschossigen Neubau mit drei Klassenräumen und neuen Toiletten für alle Schüler erweitert werden. Sollte der Verbandsgemeinderat der Empfehlung folgen, könnte schon ab nächstem Jahr in der ab 2023 zweizügigen Grundschule gebaut werden. Spätestens dann werden acht Klassenräume benötigt und etliche weitere wie für die Schulleitung. Die Kapazitäten im Altbau, dessen Dachgeschoss ebenfalls bereits genutzt wird, sind erschöpft. Der dem Ausschuss vorgestellte Entwurf sieht einen Neubau auf dem großen Schulhof des denkmalgeschützten Gebäudes vor. Gebaut werden soll hinter dem Treppenturm mit Zugängen zu allen drei Altbau-Etagen. Zweigeschossige Entwurfs-Varianten mit Verbindungsgängen über den Turm, dessen Charme mit einer Industriehalle verglichen wurde, erwiesen sich als chancenlos. Der Ausschussvorsitzende, Bürgermeister Dennis Junk, favorisiert ebenfalls die flachere Variante. Sie wirke weniger raumgreifend und biete, da ohne Treppenhaus und Turmanbindung, mehr Möglichkeiten. So ließen sich zwei der drei ebenerdigen Klassenzimmer, ausgestattet mit einer mobilen Trennwand, auch mal für Schulfeste oder Sport nutzen. Bei der höheren Variante mit Toiletten und Klassenraum im Erdgeschoss und zwei Klassen darüber wäre das nicht möglich. Die Ausschussmitglieder begrüßen, dass alles auf einer Ebene und damit optimal barrierefrei ist. Und sollten die Schülerzahlen künftig weiter steigen, könnte aufgestockt werden. Nicht zuletzt ist die Ein-Geschoss-Variante mit grob kalkulierten zirka 750 000 Euro auch bis zu 73 000 Euro günstigster.

Konkrete Pläne für die Grundschule Salmtal gibt es noch nicht. Da auch dort die Schülerzahlen steigen, steht zwar fest, dass investiert wird. Doch ob lediglich erweitert oder ein Neubau mit Turnhalle gebaut wird, entscheiden die Geburtenzahlen des Jahres 2020.

Ebenfalls im Blick sind die Zahlen in Gladbach und in Binsfeld mit Schülern auch aus Arenrath. In Binsfeld gibt es derzeit vier, in den nächsten zwei Schuljahren aber sieben Klassen. Für Gladbach wird hingegen erst ab 2025 wieder mit vier Klassen gerechnet. Die Schulbezirke werden aber vorerst nicht geändert, sondern die Entwicklung der Zahlen beobachtet.

Insgesamt werden in der VG derzeit 1113 Schüler in 65 Klassen unterrichtet. Die für sie zuständigen Schulsekretariate sind aus Sicht des Ausschusses unzureichend besetzt. Das Gremium empfiehlt daher, Halbtagsstellen mit Zuständigkeiten für mehrere Orte zu schaffen. Da dafür voraussichtlich zwei zusätzliche Stellen erforderlich sind, soll die Problematik in den Fraktionen und anschließend im VG-Rat besprochen werden.

Besser werden soll die digitale Ausstattung der Schulen – dank 600 000 Euro aus dem Förderprogramm „DigitalPakt Schule 2019-2024“. Erste Zuschüsse will die VG als Schulträger nun mit einem Medienentwicklungsplan auf Basis von Konzepten der Grundschulen beantragen

In zwei Grundschulen wechseln die Schulleiter. In Salmtal folgt auf Roland Rohring, seit Februar in Altrich, David Theis, bisher Georg-Meistermann-Grundschule Wittlich. In Sehlem folgt auf Marco Geller Anne Spang, Konrektorin der Grundschule Friedrichstraße in  Wittlich.

Eingangs der Sitzung informierte Bürgermeister Junk über die Situation an Grundschulen durch die Corona-Pandemie. Sie seien wieder für alle Jahrgänge offen – mit begrenzten Schülerzahlen, Mindestabständen, Hygiene-Vorgaben und Fernunterricht. Dass es nach den Sommerferien wieder wie früher laufen solle, sei daher kaum vorstellbar. Was, wenn Risikogruppen zugeordnete Lehrer nach den Ferien nicht an ihre Schulen zurückkehrten? Und wie ohne Personal Ferien-Förderunterricht anbieten?

„Der Träger vor Ort muss gucken, dass er das geregelt bekommt“, kritisierte er insbesondere „hochbezahlte Leute“ des Bildungsministeriums. Sie könnten nach Monaten keine Konzepte vorweisen, behaupteten aber, alles sei möglich, was Eltern wie Lehrern kaum mehr vermittelbar sei. Für die Zukunft brauche es daher vernünftige generelle Regeln für vor Ort individuell auszuarbeitende Konzepte.

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