Schule steht bald zum Verkauf

Schulden und ein Schulgebäude. Viel mehr ist nicht übrig geblieben von dem, was als Schulzweckverband Duale Oberschule gegründet worden war, um die Trägerschaft für eine neue Schulform zu übernehmen. Nun wird ein Nachfolger-Zweckverband gegründet, dessen Hauptziel sein wird, das Wengerohrer Schulgebäude samt Gelände zu vermarkten.

Wittlich. Sie war schon etwas Besonderes: 153 Kinder bevölkerten zur Premiere 1999 in der neuen Dualen Oberschule (Dos) in Wittlich sechs fünfte Klassen. Die Dos machte es erstmals möglich, in einer Schule sowohl den Hauptschulabschluss als auch die Mittlere Reife zu erlangen. Unterrichtet wurde an den Standorten in der Beethovenstraße sowie in Wengerohr.
Inzwischen gibt es überall Realschulen plus, in denen beide Bildungsabschlüsse erreicht werden können. Auch die frühere Dos hat diese Schulform angenommen und heißt heute Clara-Viebig-Realschule plus.
Doch nicht nur der Name hat sich verändert. Inzwischen liegt die Zahl der Anmeldungen für das fünfte Schuljahr bei 51, der Standort Wengerohr ist längst mangels Nachfrage aufgegeben worden, und der Landkreis ist seit Jahresbeginn Schulträger der Bildungsanstalt.
Übrig geblieben von der früheren Dualen Oberschule sind nur Schulden und das Schulgelände in Wengerohr. Beides hat der Kreis bei der Übernahme der Schulträgerschaft vom bisherigen Träger, einem Schulzweckverband, nicht gewollt. Dem Zweckverband gehören neben der Stadt Wittlich die Verbandsgemeinden Wittlich-Land, Manderscheid und Kröv-Bausendorf an. Am Freitag, 15. März, wird der Schulzweckverband Realschule plus Wittlich aufgelöst und ein neuer Zweckverband gegründet. Christoph Holkenbrink ist Bürgermeister der Verbandsgemeinde und Chef des Schulzweckverbands. Er sagt: "Ziel des neuen Zweckverbands wird sein, eine neue Nutzung für die Schule und das Schulgelände in Wengerohr zu finden."
Dort sind wegen der Bauarbeiten an Gebäuden am Standort Koblenzer Straße derzeit noch Schüler des Peter-Wust-Gymnasiums untergebracht. Anschließend werden dort wegen Bauarbeiten am Standort an der Rommelsbach die rund 100 Jungen und Mädchen der Kindertagesstätte Jahnplatz untergebracht. Was dann geschieht, kann Holkenbrink aktuell noch nicht sagen. Es fänden Gespräche statt, sagt er. Dem Vernehmen nach sollen medizinische Einrichtungen Interesse am Objekt im größten Stadtteil Wittlichs geäußert haben. Wohl weg vom Tisch ist die Idee, in der Wengerohrer Schule eine gemeinsame Oberstufe für Integrierte Gesamtschulen (IGS) in Salmrohr und Wittlich zu etablieren. Grund dafür ist, dass es vorerst in der Stadt keine IGS geben wird.
Der Plan aus der Kurfürst-Balduin-Realschule eine solche Schule zu machen, kam beim Bildungsministerium nicht gut an. Stattdessen wird aus der Realschule die zweite Realschule plus in der Stadt.

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