SCHULEN

Wenn am Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern das neue Schuljahr beginnt, mischen sich 20 "besondere" Sextaner unter die Schüler. Sie bilden die erste Klasse eines Projektes in Rheinland-Pfalz, das an den Standorten Kaiserslautern, Mainz und Trier "Schulen für Hochbegabtenförderung/Internationale Schulen" vorsieht. Kaiserslautern übernimmt die Vorreiterrolle. Hier wurde die Hochbegabtenschule an das vorhandene Elite-Sportgymnasium angegliedert. Die Schule hat Erfahrung im Umgang mit sportlich begabten Kindern und Jugendlichen und zeichnet sich durch ein angeschlossenes Internat und die Nähe zur Universität aus. Die künftigen Fünftklässler wurden in einem Auswahlverfahren ermittelt. Auch in Mainz wird das Projekt vorangetrieben, ein Start in Mainz zum Schuljahr 2004/2005 ist realistisch. Die Nikolaus-Koch-Stiftung, die als "Hauptsponsor" die Einrichtung und den Betrieb Hochbegabtenschule in Trier unterstützen will, hat inzwischen die wissenschaftliche Untersuchung zum Bedarf einer solchen Schule ausgewertet. "Wir sind auch mit einem privaten Träger im Gespräch, sagt Ulrike Dickel von der Nikolaus-Koch-Stiftung." Einen solchen zu finden, schien bislang eines der größten Probleme auf dem Weg zu der neuen Schule. Alle Leiter der Trierer Gymnasien haben ihr Interesse bekundet, an der Entwicklung eines Angebots für Hochbegabte mitzuwirken. "Die Schule in Trier wird besser ausgestattet sein als die in Kaiserslautern und Mainz", ist Ulrike Dickel zuversichtlich. Ein Eckpunkte-Papier des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums enthält die inhaltliche Konzeption für eine Einrichtung der "Schule für Hochbegabtenförderung/Internationale Schule". Diese soll nach dem Ganztagsprinzip aufgebaut sein und über eine Schulzeitverkürzung (Begys-Modell) zum Abitur führen. Zugleich wird durch zweisprachigen Unterricht ein zweiter internationaler Abschluss erreicht, das "Internationale Baccalaureate". Individuelle Förderkurse, Projektarbeit und Arbeitsgemeinschaften sowie fächer- und jahrgangsstufenübergreifender Unterricht unterstützen und fördern die Fähigkeiten der Hochbegabten. Das schulische Angebot wird durch enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen erweitert. Schüler können während ihrer Schulzeit Lehrveranstaltungen besuchen und Leistungsnachweise erwerben, die im späteren Studium anerkannt werden.