Kolumne Liss : Schulungscenter Hunsrück

Ich will ja nichts sagen,

aber clever muss man sein. Wie der Elzerather Ortsvorsteher, der sein Gemeindehaus für Schulungen an seine eigene Firma vermietet und dem es deshalb gelingt, sein Dorf aus den roten Zahlen herauszuholen. Das haben die anderen Dorfchefs auch alle mitbekommen und arbeiten ein Seminarbuch aus, in dem sie Unternehmern ihre Bürgerhäuser für Schulungen anpreisen. In Heinzerath, gleich neben Elzerath, wollen sie jetzt Seminare anbieten: Öko-Strom für E-Autos, mit idealem Blick auf die Windräder in der Energielandschaft am besten. In Hinzerath hat Vorsteher Hermann Moseler den ADAC fürs Bürgerhaus verpflichtet, der dort Nachschulungen abhält unter dem Motto: „Wie fahre ich mit vernünftigem Tempo durch ein Hunsrückdorf?“ In Thalfang hat die Gemeinde den Hundetrainern die Festhalle angeboten. Dort gibt es künftig Kurse mit dem Titel „Gassigehen ohne Reue“, Abfalltüten für die Hundehinterlassenschaften inklusive. Und in Malborn referiert Ortschefin Petra Claudia Hogh zum Thema „Wie plane ich einen Anbau des Kindergartens“. Geplant sind insgesamt fünf Kurstage im Abstand von jeweils drei Jahren. So lange dauert es dort im Regelfall, bis dort nach einer Inbetriebnahme des neuesten Komplexes wieder eine Vergrößerung ansteht. Die Gemeinderäte aus Grimburg, Gusenburg und Reinsfeld haben aus aktuellem Anlass schon für alle Termine gebucht.

Wobei der Elzerather Vorsteher schon neue Pläne hat, nämlich einen Kurs mit dem Titel „Wie schmiede ich einen Goldbarren“. Denn wenn der seine Halle weiter so gut wie bisher an sich selbst vermarktet, dann muss er schauen, wie er als Häuptling des Dorfes die öffentlichen Reichtümer am besten lagert

 

weiß eure Liss