Elterninitiative ist enttäuscht Schulweg in Traben-Trarbach gilt nicht als „besonders gefährlich“

Traben-Trarbach · Kreis lehnt Begehren einer Traben-Trarbacher Elterninitiative ab. Kein Anspruch auf Übernahme von Fahrtkosten.

Ist der Fußweg zum Gymnasium in Trarbach, beziehungsweise zur Realschule Plus in Traben für viele Kinder in der Stadt zu gefährlich? Dieser Meinung ist die „Elterninitiative Schulbus Traben-Trarbach“ und fordert, dass auch innerstädtisch ein Schulbusverkehr eingerichtet wird. Doch die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, zuständig für die Schülerbeförderung, hat das Begehren abgelehnt. Sie bezieht sich auf eine Bewertung der Polizeiinspektion Zell, die keine besondere Gefahrenlage sieht. Die Sprecherin der Elterninitiative, Christine Loosen, ist über die Entscheidung der Kreisverwaltung enttäuscht. Die Mutter von drei schulpflichtigen Kindern, zwei von ihnen müssen täglich zu Fuß eine über drei Kilometer lange Strecke vom Tulpenweg in Traben zum Gymnasium in Trarbach zurücklegen, will aber weiter für ihr Anliegen kämpfen. Daher hat sie die Bürgerbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz angeschrieben, ferner will sie im Mainzer Bildungsministerum vorstellig werden.

Bei einem Ortstermin am 3. April gingen VG-Chef Marcus Heintel, Stadtbürgermeister Patrice Langer, der Leiter der Polizeiwache Traben-Trarbach, Andreas Schneider, zwei Vertreter des Fachbereichs Schulen und Kultur bei der Kreisverwaltung und Elterninitiative-Sprecherin Christine Loosen den Fußweg vom Bahnhof in Traben bis zum Weihertorplatz in Trarbach ab. Für Christine Loosen ist klar: Es gibt mehrere sehr gefährliche Stellen — die Moselbrücke vor allem für Radfahrer, für Fußgänger die enge Moselstraße, wo sich der Verkehr durchquetscht und vor allem die Engstelle in der Wildbadstraße hinter der Firma Birlenbach. Loosen: „Die Bürgersteige in der Moselstraße sind zu schmal, die Kinder können nur einzeln hintereinander laufen, es herrscht starker Verkehr und jetzt kommen auch noch die vielen Baustellen hinzu. Viele Eltern fahren ihre Kinder wegen der gefährlich langen Strecke mit dem Auto zur Schule und holen sie wieder ab.“ Doch die Polizei sieht die Gefahrenlage anders. Die Schulwege im Stadtgebiet Traben-Trarbach seien allgemein nicht als besonders gefährlich einzustufen.

Zur Erklärung: Wäre der Schulweg „besonders gefährlich“, müsste der Kreis laut Schulgesetz die Fahrtkosten für die Gymnasiasten und Realschüler auch dann übernehmen, wenn der Weg zur Schule kürzer als vier Kilometer ist.

Die Polizei sieht zwar die Engstelle zu Beginn der Wildbadstraße als eine „neuralgische Stelle“. Es liege aber keine besondere Gefährlichkeit vor, da die Strecke dort relativ kurz und ein Gehweg, wenn auch nur auf der rechten Seite, vorhanden sei. Zitat: „Bedingt durch die Unübersichtlichkeit der Engstelle liegen die gefahrenen Geschwindigkeiten eher unterhalb der zulässigen 30 Stundenkilometer. Die Schüler, die die Strecke nutzen, sind zwischen zehn und 19 Jahren alt. Von ihnen kann man schon ein verkehrsadäquates Verhalten erwarten.“

Ferner weist die Polizei darauf hin, dass die Verkehrunfallstatistik für den gesamten Schulweg kein Hinweis auf eine besondere Gefährlichkeit ergebe. In den vergangenen vier Jahren habe es dort keine polizeiliche Unfallaufnahme gegeben.