Schunkeln unterm Sternenhimmel

VELDENZ. (urs) Mit der diesjährigen Krönung der neuen Weinkönigin hat Veldenz Neuland betreten. Bärbel I. ist die erste, die nicht traditionell im Festzelt, sondern im Garten der Villa Romana die Insignien ihrer Macht erhalten hat.

Lampenfieber gehört dazu, wenn eine Weinkönigin die Bühne betritt. Der neuen Veldenzer Regentin geht es da nicht anders. "Wenn sie mir das letztes Jahr gesagt hätten, hätte ich es nicht für möglich gehalten", lässt Bärbel I., mit bürgerlichem Namen Bottler, nach ihrer Krönung durchblicken, dass der Wunsch, in diese Rolle zu schlüpfen, relativ kurzfristig gereift ist. Das leichte Zittern ihrer Stimme, das Moderator Gerhard Henkel heraushört, bemerken allerdings nur diejenigen, die die Nachfolgerin der verabschiedeten Katrin I. gut kennen. Die Stimmung im erstmals als Krönungssaal genutzten Garten der Villa Romana könnte an diesem Abend jedenfalls nicht besser sein. Nach dem heftigen Gewitter, das pünktlich zum Wochenende die Organisatoren schon in Bedrängnis zu bringen drohte, sind Temperatur- und Luftverhältnisse genau richtig, um bei einem Gläschen Wein beisammen zu sitzen. Während die Gäste im restlos besetzten Gartensaal zu den Klängen des Volksmusikorchesters Grafschaft Veldenz schunkeln, schweifen ihre Augen immer wieder zu der illustren Gästeschar. Geben sich doch an diesem Abend nicht weniger als 34 Weinhoheiten in Veldenz die Ehre. "Und eine schöner als die andere", wie Besucher und selbst Besucherinnen neidlos eingestehen. Erst wohnen die Königinnen und Prinzessinnen der Krönung durch Gebietsweinprinzessin Kristina Klaß bei. Diese befestigt mit etlichen Haarklämmerchen und noch mehr Geduld, aber unterstützt von den örtlichen Kolleginnen Lisa und Isabell, die Krone auf Bärbels Haar. Danach flaniert der gesamte Hofstaat mit in allen Farben schillernden Roben für ein Erinnerungsfoto vor die Villa. Einer Gruppe Peitschenknaller aus dem bayerischen Dachau scheint das der rechte Moment, ihre Kunst zu demonstrieren. In gebührenden Abstand zum Publikum, das dieses an der Mosel ungewohnte Treiben erstaunt beobachtet, knallen die "Wollomooser Goaßlschnoizer" ihr Handwerkszeug aufs Veldenzer Pflaster. Hinterher finden sich Ehrengäste und Besucher dann wieder im Garten der Villa ein oder sie genießen noch einen kurzen Bummel um das festlich beleuchtete Zentrum.