Schutz vor Gaunern und Trickbetrügern

Wittlich · Sicherheitsberater helfen älteren Bürgern im Landkreis in allen Fragen rund um das Thema Sicherheit - und das bereits seit zehn Jahren. Anlässlich dieses Jubiläums haben die Sicherheitsberater ihr Angebot mit einem Infostand öffentlich vorgestellt.

 Wer an einem Automaten Geld abheben will, sollte genau hinsehen: Heinz Thurn, ehemaliger Kriminalbeamter (links), zeigt Reinhold Anton, Edmund Anderle und Otto Schaeffler (von links), woran man einen manipulierten Automaten erkennen kann. TV-Foto: Christoph Strouvelle

Wer an einem Automaten Geld abheben will, sollte genau hinsehen: Heinz Thurn, ehemaliger Kriminalbeamter (links), zeigt Reinhold Anton, Edmund Anderle und Otto Schaeffler (von links), woran man einen manipulierten Automaten erkennen kann. TV-Foto: Christoph Strouvelle

Wittlich. Senioren haben mit steigendem Alter oft Angst um ihre Sicherheit. Mit Recht: Anonyme Anrufer, die mit dem Enkeltrick ein Verwandtschaftsverhältnis vortäuschen, und Anbieter von Kaffeefahrten haben nur ein Ziel: an das mühsam ersparte Geld der älteren Mitbürger zu gelangen.
Aus diesem Grund haben sich im Kreis vor zehn Jahren die Sicherheitsberater für Senioren gegründet. Sie wollen älteren Mitbürgern helfen, sich vor Gaunern und Trickbetrügern zu schützen. Das kleine Jubiläum haben die Sicherheitsberater zum Anlass genommen, ihre Leistungen bei einer Infoveranstaltung vor dem Wittlicher Kaufhaus Bungert vorzustellen. Mit dabei waren sicherheitstechnisch geschulte Polizisten, die mit einem Sicherheitsmobil und einem Fahrsimulator vor Ort gewesen sind.
26 Männer und Frauen, die selbst im Ruhestand sind, stehen in jeder Gemeinde im Landkreis als ehrenamtliche Sicherheitsberater für Rückfragen von Senioren zur Verfügung. Sie sind von der Polizei geschult worden und bilden sich regelmäßig weiter, um gegen neue Tricks von Gaunern gewappnet zu sein. Sie geben sowohl Tipps, wie man sich bei unerwartetem Klingeln an der Haustür verhält, als auch Hinweise, wie man einen manipulierten Geldautomaten erkennt.
"Gauner machen keinen Urlaub", sagt Klemens Werland von den Sicherheitsberatern. Am häufigsten fragen Senioren, wie sie sich bei Telefonanrufen verhalten sollen, sagt er. Geschulten Call-Center-Agenten, die zu jeder Tag- und Nachtzeit anrufen, sind die älteren Menschen oft nicht gewachsen.
Werland kennt deren Tricks: "Alles, was nichts kostet, ist gefährlich", sagt er. Denn das sind meist nur Lockvogelangebote. Die dicke Rechnung kommt oft hinterher, beispielsweise in Form eines gut versteckten Abonnements für Gegenstände und Leistungen, die nicht gebraucht werden.
Werland hat einen einfachen Tipp. "Erstmal schlafen Sie eine Nacht drüber und fragen dann eine Person Ihres Vertrauens. Wenn Sie dann keine Bedenken haben, können Sie zugreifen." Auch bei Einladungen zu Kaffeefahrten und bei fremden Autos, die mehrfach langsam durch Wohnstraßen fahren, wenden sich ältere Menschen oft an die Sicherheitsberater.
Beim Enkeltrick, bei dem vermeintliche junge Angehörige anrufen und die Senioren um Geld anbetteln, ist ein neuer Trend festzustellen, sagt Werland. "Die fragen heute nicht mehr nach 10 000 Euro, sondern nach kleineren Beträgen. 200 oder 300 Euro haben viele ältere Menschen im Haus."
Für Seniorentage hat Werland zusammen mit seiner Mitstreiterin Maria Bastgen einen Sketch eingeübt. Darin haben die beiden 80 Tipps und Tricks zum Thema Sicherheit eingearbeitet.
Weitere Tipps und Tricks zum Thema Sicherheit für Senioren gibt es im Internet auf der Homepage der Kreisverwaltung unter www.bernkastel-wittlich.de/sicherheitsberater.html Dort sind für die jeweiligen Gemeinden auch die Namen der zuständigen Sicherheitsberater aufgelistet. cst

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