Schwanengesang in lauer Sommernacht

BERNKASTEL-KUES. (mbl) In den Genuss der spannenden Klangwelt einer außergewöhnlichen Instrumentenkombination kamen die Zuhörer im Cusanus-Geburtshaus. Das Gastkonzert der Villa Musica unter dem Titel "Schwanengesänge" gestalteten die Harfenistin Helga Storck und ihr Ehemann, der Cellist Klaus Storck

Sie faszinierten die Besucher mit technisch perfektem und klanglich einzigartigem Spiel. Das Duo spielt seit 40 Jahren zusammen und blickt auf eine 25-jährige Konzerttätigkeit im In- und Ausland. Beide sind als Professoren an der Musikhochschule München und als Dozenten der Villa Musica tätig.Harfe und Cello in Harmonie

Ein lauer Sommerabend und das wunderbar harmonierende, romantische Klangfarbenspiel von Harfe und Cello - das machte den besonderen Reiz des Konzertabends aus. Auf dem Programm stand ganz unterschiedliche Musik über zwei Jahrhunderte hinweg - von Ludwig van Beethoven bis Harald Genzmer. Nach Beethovens "Adagio" interpretierten die beiden Musiker die "Sturm- und Drangmusik" des zeitgenössischen Komponisten Genzmer, eines Schülers von Paul Hindemith. Fasziniert lauschte das Publikum den ungewöhnlichen Tönen der modernen Musik Genzmers. Eine spannungsgeladene Musik, perfektes ergänzendes Zusammenspiel von Harfe und Cello und sicher für manchen Zuhörer eine ungewöhnlich "energisch" auftretende Konzertharfe - viel Applaus gab es für das virtuose Spiel der beiden Interpreten, denen Genzmer diese Sonate eigens widmete. Neben dem "Hamabdil", einem hebräischen Abendgesang von Granville Bantok und dem Cellosolo "Und Salomon sprach..." von Volker David Kirchner, mit dem sich Klaus Storck als wahrer Meister seines Instruments zeigte, eröffnete die Sonate a-moll "Arpeggione" von Franz Schubert auf dem zweiten Teil des Programms. Diese Sonate verdankt ihren Namen einem heute vergessenen Instrument, das man in Wien seinerzeit als "Bogen-Gitarre" oder "Guitar-Violoncell" bezeichnete. Ursprünglich für Arpeggione und Klavier komponiert, übernahm in der gespielten Version die Harfe den Part des Tasteninstruments. Wunderschöne Melodienbögen, gepaart mit lebhaften Passagen machten den bezaubernden Charme dieser Sonate aus. Nach den Tänzen "Pavane" und "Habanera" von Maurice Ravel begeisterte das Duo mit dem bekannten Klassik-Schlager "Schwan" von Camille Saint-Saens und dem "Gesang des schwarzen Schwans" des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos, der damit den indianischen Mythen seiner Heimat huldigte. Die Zuhörer forderten Zugaben, die ihnen das Duo mit zwei Chansons von Manuel de Falla gewährte. "Das hat mir sehr gut gefallen", bemerkte ein Zuhörer aus Daun, der Storck als jungen Mann vor 50 Jahren das erste Mal bei einem Konzert in Hessen erlebte.