Schwarzglasscheiben wieder da

Gute Nachricht: Zwei von einem Grabmal auf dem Friedhof Burgstraße abhandengekommene Schwarzglasstücke sind wieder aufgetaucht. Damit kann die für eine bestimmte Epoche beispielhafte Anlage restauriert werden.

Wittlich. Auf dem Friedhof Burgstraße zeugen Grabmale in Material und Form vom ehemaligen Zeitgeschmack und sind somit kultur- und kunstgeschichtlich interessante Zeitzeugen. Ein solches erhaltenswürdiges Stück aus Wittlicher Sandstein und Schwarzglasscheiben restauriert Sebastian Langner, Steinmetz und Bildhauer. Doch von der "Ruhestätte der Familie Eichhorn-Moseler" (frühestens ab 1915) waren zwei an der Oberkante geschwungene Seitenstücke aus Schwarzglas, die schon abgebaut neben dem Grab lagerten, verschwunden (der TV berichtete). Das Spezialglas ist komplett durchgefärbt, wird nur noch selten hergestellt und ist verhältnismäßig teuer. An den Stellen, wo sie eigentlich hingehören, hatte Langner deshalb Schilder an den leeren Steinen angeklebt mit dem Hinweis: "Diese Scheiben fehlen. Bitte wiederbringen!" Das hat geklappt. Während seiner Italienreise hat den Bildhauer eine Nachricht seines Vaters erreicht: Jemand habe die Stücke zurückgebracht. Leider fehle noch das Befestigungsmaterial, was jedoch leichter zu ersetzen sei. Nun bleibt auf dem Friedhof Burgstraße das Schwarzglasgrabmal im Stile des 19. Jahrhunderts als Zeuge einer vergangenen Epoche beispielhaft erhalten. sos