Schwebende Gefühle beim Abtauchen

Schwebende Gefühle beim Abtauchen

Abtauchen und sich wohlfühlen — ein Gemeinschaftsprojekt der Wittlicher Tauchschule "Yeti Divers" und der Kinder- & Jugendhilfeeinrichtung "Haus Bergfried" in Wittlich und Bausendorf machte es möglich. Die erlebnispädagogische Maßnahme "Sporttauchen" fand statt im Hallenbad Bernkastel-Kues. Der Tauchgang unter professioneller Anleitung machte der fünfköpfigen Mädchengruppe großen Spaß.

Bernkastel-Kues. Geraldine, Natascha H., Yvonne, Kaoutar und Natascha L. lauschen aufmerksam den Ausführungen von Tauchlehrer Werner Lamberti. Zusammen mit seinen Tauch-Assistenten Patrick Götzke, Rüdiger Jakoby und Carolin Ehses führt er die fünf Mitglieder einer Mädchenwohngruppe von Haus Bergfried in die Praxis des Sporttauchens ein. Mit dabei sind Yvonne Tailliar und Mandy Schermann, Mitarbeiterinnen des pädagogischen Teams der Kinder- & Jugendhilfeeinrichtung. Angst vor dem, was sie gleich erwartet, haben die Teilnehmerinnen nicht. Denn sie wurden gut vorbereitet auf das Thema Tauchen und Lebenswelt Wasser. Aufregung macht sich breit unter den Tauchneulingen in ihren Shorties, die bereit sind für das Abenteuer unter Wasser. Nach der Wassergewöhnung in der Gruppe, Einweisung in die Tauchersprache, Anlegen der Tauchausrüstung mit Brille, Flossen, den aufblasbaren "Jackets" als Träger für die 3000 Liter fassenden Sauerstoff-Flaschen und dem Zeichengeben "alles okay" kann der Tauchgang starten. Leichtigkeit, Schwebezustand, veränderte Wahrnehmung von Zeit und Raum — die Abgetauchten machen ganz neue Erfahrungen unter Wasser. Die Verständigung erfolgt in der internationalen Taucher-Zeichensprache.Wiederholung gewünscht

Zum zweiten Mal nahm das Haus Bergfried an einem gemeinsamen Tauchprojekt mit den "Yeti Divers" teil. "Die Erfahrungen beim erstmaligen Schnuppertauchen waren so positiv, dass wir eine erneute Aktion, diesmal mit erlebnispädagogischem Hintergrund durchführen wollten", sagt Erziehungsleiter Roland Konrath-Pütz. "Das Wir-Gefühl stärken, die Vertiefung von Beziehung und Vertrauen im gemeinsamen Tauch-Erlebnis, das Festigen in der Gruppe auch bei gemeinsamen Abenteueraktionen unter Wasser, aber auch ganz persönlich die Stille und das Schweigen beim Tauchgang spüren", diese Erfahrungen nennen Konrath-Pütz und Werner Lamberti als bedeutende Ziele des erlebnispädagogischen Tauchens. Das Projekt trage auch dem Selbstverständnis von Haus Bergfried besondere Rechnung, das "Erziehung und Beziehung zwischen Jugendlichen untereinander und zu den Erziehern braucht", ergänzt Konrath-Pütz.Nach dem anfänglich geschäftigen Treiben am Beckenrand herrscht Stille im Bad. Schatten sind unter der Wasseroberfläche wahrnehmbar. Nach und nach tauchen Köpfe wieder auf, die Begeisterung ist in den Gesichtern abzulesen. In einer geselligen Nachbesprechung werden die Erfahrungen ausgetauscht und erläutert. "Das war richtig super", spricht Geraldine ihren Mittaucherinnen aus der Seele. "Es war ein sehr schönes und ganz neues Gefühl, im Wasser zu schweben", bemerkt Natascha L. Nach anfänglicher Scheu konnte sie sich lösen und das Gefühl genießen. "Beim Abtauchen fühlt man sich wie ein Stein, beim Auftauchen wie eine Boje", lacht sie. Auch Kaoutar, die nicht schwimmen kann, genoss die Schwerelosigkeit und das Dahingleiten beim Tauchgang. Die Gemeinschaft und die Begleitung durch die Tauchprofis gab den Teilnehmerinnen große Sicherheit. "Die Betreuung war super, das Gemeinschaftserlebnis unter Wasser wunderbar", sagen die Mädchen. Und der allseitige Wunsch lautet: "Eine Wiederholung wäre fantastisch."

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