Schweinsköpfe unterm Hammer

Zwölf Schweinsköpfe haben an der Blasiuskirmes vor 100 Besuchern zugunsten der Filialkirche Krames die Besitzer gewechselt. Pater Albert Seul hat sie versteigert. Der teuerste Schweinskopf kostete 70 Euro.

Klausen-Krames. Mit einem Schweinskopf unterm Arm ist in diesem Jahr keiner von der Krameser Kirmes heimgegangen, obwohl zwölf Hälften im Pfarrheim versteigert wurden. Seit Jahrhunderten ist es in Krames Brauch, am Blasiustag die Köpfe, die vorher in der Kirche gesegnet wurden, zugunsten der Filialkirche unter den Hammer zu bringen.
Die Pfarrgemeinde bringt die Köpfe, wie schon seit einigen Jahren, gesammelt zu einem Metzger, der Sülze daraus macht. Die Bieter bekommen sie dann nach Hause geliefert. 70 Euro hat der teuerste Schweinskopf gekostet, die Pater Albert Seul, vor 100 Besuchern im Pfarrheim, mit großem Engagement versteigert hat.
Dazu kamen diesmal Bilder des Autors und Karikaturisten Tiki Küstenmachers, die gegen Gebot erworben werden konnten. Ob der Brauch von der Verehrung des Heiligen Blasius kommt, dem eine Frau aus Dankbarkeit einen Schweinskopf ins Gefängnis gebracht hat, oder auf das Mittelalter, wo der Schweinskopf als Spende genutzt wurde, zurückzuführen ist, ist unklar. Möglich ist auch, das der skurrile Brauch aus Pestzeiten kommt. chb