Schwer geschafft in der guten alten Zeit

Schwer geschafft in der guten alten Zeit

82 Jahre alt ist Raimund Scheid aus Kröv. Ein Leben lang arbeitete er im Weinberg und Keller. Und in all den Jahren sammelte Scheid Gerätschaften, die die Winzer in früheren Zeiten gebrauchten. Seine Scheune ist inzwischen ein kleines Museum.

Kröv. In der Scheune steht noch der alte Deutz-Schlepper. Unzählige Male ist Raimund Scheid damit in seine Weinberge gefahren. Der Traktor hat einen ganz besonderen Platz. Er steht sozusagen mitten in einem Museum mit alten Gerätschaften, die Scheid in den vergangenen 40 Jahren gesammelt hat.Es sind Arbeitsgeräte für den Weinbau, den Keller, für Feld- und Waldarbeiten. Aber auch Gerätschaften, wie sie früher die Hausfrau und Köchin benutzt hat, hat Scheid fein säuberlich auf Regale gestellt."Was die meisten Leute früher weggeschmissen haben, das habe ich alles verwahrt", sagt Scheid. Und die Leute haben früher viel zum Sperrmüll gegeben. Dinge, die irgendwann zwar nutzlos wurden, heute aber an diese "gute alte Zeit" erinnern. Vieles hat sich angesammelt, für das er nun kaum noch Platz in der Scheune findet. Gerne erzählt Raimund Scheid von früher, wenn er auf das ein oder andere Ausstellungsstück zeigt. Seine Ehefrau Herta steht daneben und nickt: "Ja, so war das damals." Sie zeigt auf ein Butterfässchen und ein altertümliches Bügeleisen. Daneben hängt eine Eisenzange, mit der die heißen Kohlen aus dem Ofen geholt wurden, um damit das Bügeleisen zu beheizen. Eine Kartoffelmühle erinnert daran, dass die Winzer früher auch Viehzucht betrieben. Einen Kuhmaulkorb hat Scheid ebenso aufbewahrt, wie Hufeisen, und alte Deichseln. Den Schwerpunkt seiner "Ausstellung" bilden aber die alten Winzer-Gerätschaften. Sie machen deutlich, wie mühsam die Arbeit im Weinberg und Keller einst war, als es noch keine Schmalspurschlepper, Traubenvollernter oder Spritzhubschrauber gab. Schwefelapparat und Buckelspritze

Von seinem Vater Franz hat Raimund Scheid eine eiserne Traubenbotte geerbt, ebenso Fassstangen, mit denen die zentnerschweren Holzfässser mittels Muskelkraft bewegt wurden. Ein Schwefelapparat ist zu sehen, daneben steht eine alte, schwere "Buckelspritze". Raimund Scheid sagt: "Mit all diesen Dingen musste ich arbeiten."Gelegentlich sieht man auch Stücke, die so gar nicht an die Mosel passen. Scheid erzählt, dass er immer wieder alte Sachen von "Fremden" bekommen habe. Einer hat ihm Enterhaken aus dem Hamburger Hafen mitgebracht. Besonders stolz ist Scheid auf eine Pickelhaube, die ein Leutnant im Ersten Weltkrieg auf dem Kopf trug. In einer kleinen gemütlich eingerichteten Weinprobierstube hat Scheid ferner in einer beleuchteten Nische alle Motiv-Weingläschen der Kröver Trachtentreffen seit 1952 aufbewahrt.