Schwerste Arbeit unter Tage

TRABEN-TRARBACH. Zwei Tage tagt die Montanhistorische Gesellschaft in Traben-Trarbach. Die Geschichte des Erzbergbaus in unserer Region steht im Mittelpunkt.

Traben-Trarbach ist bekannt wegen seiner einmaligen Jugendstil-Architektur und seiner großen Geschichte als führende Weinhandelsstadt Deutschlands. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass das Kautenbachtal einst ein bedeutendes Bergrevier war. Dort wurden bis ins 18. Jahrhundert Blei-, Zink- und Kupfererze gefördert. Dieser Bedeutung will die Montanhistorische Gesellschaft gerecht werden. Vom 12. bis 14. September veranstalten Historiker im Hotel Moselschlösschen Traben-Trarbach ihr sechstes Kolloquium. Vor allem am Samstag, 13. September, steht in mehreren Fachvorträgen der Bergbau in und um Traben-Trarbach im Mittelpunkt. Jeder Interessent kann daran teilnehmen.Moselerz wurde im Hunsrück verhüttet

Der Kautenbach war die Territorialgrenze zwischen dem kurtrierischen Gebiet und der hinteren Grafschaft Sponheim mit dem Oberamt Trarbach. Die Erze des sponheimischen Territoriums wurden um 18. Jahrhundert in Allenbach im Hunsrück verhüttet, die Erze im Gebiet von Kurtrier in Bernkastel. Auf der sponheimischen Seite war die Grube "Dorotheenberg" von besonderer Bedeutung. Es handelte sich um eine Kupfererzgrube mit sehr geringen Bleigehalten.In den Bergwerken arbeiteten Spezialisten aus Mitteldeutschland, die von Bergwerk zu Bergwerk zogen und eine privilegierte Stellung hatten. Die Hilfsarbeiter kamen aus der Heimat. Viele hundert Menschen arbeiteten damals in dieser "Branche", die Schwerstarbeit abverlangte. Der Bergbau im Moseltal - Altlay und Bernkastel waren zwei weitere Zentren - war ein bedeutender Wirtschaftszweig.Bergbauunternehmer Johann Adolph Böcking

Interessant für die Traben-Trarbacher ist ferner die Tatsache, dass die berühmte Unternehmerpersönlichkeit JohannAdolph Böcking, der die prachtvolle Barockvilla erbauen ließ, in der sich jetzt das Mittelmosel-Museum befindet, Mitte des 18. Jahrhunderts die im Amt Trarbach und im Kröver Reich liegenden Bergwerke für eine Zeit von 30 Jahren als Gewerkenführer übernahm. Mit dem berühmten Sohn der Stadt beschäftigt sich auf dem Kolloquium ein eigener Vortrag am Samstag, 13. September, 11.15 Uhr. Titel: "Adolph Böcking und seine Familie- ein Bergbauunternehmer in Trarbach". Weitere Themen am 13. September sind: 10 Uhr: Überblick über die Bergwerke in den Revieren Bernkastel und Trarbach, 12.15 Uhr: Das Bergwerk Dorotheenberg im Kautenbacher Revier.Interessenten erhalten das komplette Programm des Kolloquiums im Pressecenter des Trierischen Volksfreundes, Brückenstraße 21, Traben-Trarbach.