Schwimmen lehren, Leben retten

WITTLICH. Die DLRG Wittlich wird 50. Die Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft ist stolz auf die Tradition. In der täglichen Arbeit aber ist sie jung geblieben. Gefeiert wird der runde Geburtstag im Rahmen des Tags der Vereine am kommenden Sonntag, 27. August, im Vitelliusbad.

"DLRG-Einsatz heute" demonstrieren Sarah Linscheid, Daniela Follmann, Joelle Maas und Astrid Roehl auf unserem Foto. "Leben im Wasser zu retten, heißt für die Wittlicher Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft zu allererst einmal dafür zu sorgen, dass jeder sich selbst so gut wie möglich retten kann. Voraussetzung hierfür ist das Schwimmen", sagt Vorsitzender Hans-Peter Weber. Deshalb liegt der Schwerpunkt der aktuellen Vereinsarbeit in der Ausbildung, "zumal wir Wittlicher keinen direkten Einsatzort, wie ein Gewässer, die Mosel oder die Maare, vor der Türe haben", so der Vereins-Chef. Der erste Einstieg ist der Schwimmkurs, der für Kinder angeboten wird und der mit dem Erwerb des "Seepferdchens" endet. Weil das Hallenbad keinen Hubboden hat, mit dem die Wassertiefe verändert werden kann, können erst Kinder mit einer Körpergröße ab 1,20 Meter an diesem Schwimmkurs teilnehmen. Im DLRG-Ausbildungsprogramm folgt nach dem Schwimmkurs die Ausbildung zum sicheren Schwimmer, bei der die Schwimmtechnik verbessert wird und auch andere Schwimmstile gelehrt werden. Ein zweites wichtiges Standbein ist die Ausbildung zum Retten und Helfen über den "Junior-Retter" zum Rettungsschwimmer mit den verschiedenen Leistungsstufen. Die ausgebildeten Rettungsschwimmer können dann an den Küsten und anderen Gewässern sowie in Schwimmbädern zum Wachdienst eingesetzt werden. Als Leistungstest nehmen die Aktiven der Ortsgruppe an den jährlich auf Bezirks- und Landesebene stattfindenden Rettungsvergleichswettkämpfen teil, bei denen auch bei einem Einsatz benötigte Techniken im Wettstreit mit anderen Ortsgruppen geprüft werden. Hans-Peter Weber: "Stolz sind wir als Verein darauf, dass auch in heutiger Zeit jede Arbeit, die im Namen und unter der Flagge der DLRG ausgeführt wird, ehrenamtlich geleistet wird." Die Gründung der DLRG durch den Deutschen Schwimmverband geht auf einen Unfall des Badedampfers "Kronprinz Wilhelm" am 28. Juli 1912 beim Anlegen in Binz auf der Insel Rügen zurück, als wegen fehlender Schwimmkenntnisse zahlreiche Menschen ertranken. Die fehlende Schwimmausbildung in Wittlich war auch die Gründungsidee für eine Ortsgruppe nach einer Werbeveranstaltung 1956 im Kolpinghaus. Leo Enders, Leiter der Bereitschaftspolizei, wurde erster Vorsitzender. Von 1964 bis 1975 folgte Oswald Berndt. Ihn löste Erich Faust ab, der den Vorsitz 1996 an Hans Peter Weber weiter gab. Trainingsstätten waren zuerst nur das Freibad in Wittlich, dann das neue Bad der Bereitschaftspolizei und ab 1972 das neue Hallenbad der Stadt Wittlich. Den Geburtstag feiert die DLRG am Sonntag, 27. August, im Rahmen des Tags der Vereine im Vitelliusbad ab 11 Uhr mit einer Feierstunde, bei der langjährige und verdiente Mitglieder geehrt werden. Ab 14 Uhr ist freier Eintritt ins Freibad. Die DLRG veranstaltet Rettungsvorführungen und bietet neben einem Infostand unter anderem Kajakfahren an. Und wer möchte, hat Gelegenheit, selbst das Schwimmen mit Kleidung zu testen.

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