Schwimmen statt bummeln

THALFANG. Die Hitze und möglicherweise auch die Veranstaltungen am Erbeskopf bescherten dem Ersten Markt in Thalfang nur einen schwachen Besucherstrom, was dem stressfreien Einkaufsbummel jedoch keinen Abbruch tat. Mehr Zuspruch fand der Handwerkermarkt.

Hitze, Erbeskopf oder Tour de France? Das Rätselraten über die Ursachen für den schwachen Besuch des Ersten Marktes machte am Samstag in Thalfang die Runde. So wenige Marktbummler hatte der historische Krammarkt wohl noch selten gesehen. Höchstens vielleicht bei strömendem Regen. Doch das Wetter war gut.Ältere Leute haben gefehlt

"Zu schön" sei das Wetter, vermutete Aldo Polito, der schon seit 29 Jahren beim Thalfanger Markt mit Kleidung vertreten ist. Bei solchen Temperaturen gingen die Leute lieber schwimmen. Aber herum-stehen und warten gehört für ihn und seine Frau Sabine als erfahrene Marktgeschäftsleute einfach dazu: "Das ist halt unser Beruf."Klagen waren auch von Manfred Kaiser nicht zu hören. "Ich bin immer zufrieden", kommentierte er seinen Tagesverkauf von Socken und Strümpfen. "Ich denke, dass das mit dem Wetter zu tun hat", versuchte Michaela Stewart das Phänomen zu ergründen. Dass es am Samstagmittag "ganz ruhig" war, fand sie zwar nicht ungewöhnlich. Doch auch am Morgen sei nur wenig Betrieb gewesen.Die älteren Leute würden fehlen, stellte die Gewürzhändlerin fest. Was für sie die Vermutung bestärkt, dass die bei den Temperaturen "gar nicht zur Haustür raus gehen."Erika und Karl-Heinz Rauhut ließen sich von der ungewohnten Ruhe den Markttag jedoch nicht verdrießen. "An sich gehen wir jedes Jahr hierhin", erzählte der Tallinger, während seine Frau in Preisverhandlung ging. Was es denn koste, wenn sie zwei von den Shirts für 15 Euro nehme, wollte sie von dem Händler wissen. Und musste lachen, als dieser ihr mit wohlwollendem Ton zur Antwort gab: "Dann machen wir 30." Sie selbst sah neben der Hitze die parallele Tour de France und Michael Schumacher als Markt-Hemmnis an.Gründe, die für den Grimburger Bernhard Kuhn ebenfalls keine Rolle spielten. In weiblicher Begleitung genoss er seinen ersten Besuch in Thalfang für einen gemütlichen Bummel und einen stressfreien Hut-Einkauf.Für andere hätte es dagegen ruhig etwas stressiger sein können. "Der Erbeskopf macht auch viel aus", meinte Heinz Frischtatzky zum flauen Besuch. Die Entscheidung, den Ersten Markt und Handwerkermarkt am gleichen Wochenende wie das Sommerfest und den Mountainbike-Marathon am Erbeskopf zu veranstalten, konnte er nicht nachvollziehen. "Wie kann man so etwas machen?" Hut-Händler Peter Wende meinte, im vergangenen Jahr wäre der Markt eine Woche früher gewesen. Eine Vermutung, mit der er fast richtig lag. In 2002 sei der Markt sogar 14 Tage früher gewesen, erklärt Klaus Hepp.Doch der ursprüngliche Termin wäre mit dem großen Veitsrodter Markt kollidiert, so der neue Geschäftsführer der "Urlaubsregion Thalfang am Erbeskopf". Außerdem sollten ja dennoch möglichst viele Händler nach Thalfang kommen können.Letztendlich sei der Gemeinde nichts anderes übrig geblieben, als den Termin auf das Wochenende zu legen - zeitgleich mit dem schon länger feststehenden Sommerfest und Mountainbike-Turnier auf dem Erbeskopf. In der Hoffnung, die Leute seien ja mobil.Schleppender Andrang in den Geschäften

Eine Rechnung, die für den Handwerkermarkt am Sonntag wohl auch aufging. Dieser sei gut angelaufen, der Besuch ganz ordentlich, meinte Hepp am frühen Nachmittag, was er gegenüber dem Samstag auf das andere, schön sortierte und vielfältige Angebot zurück führt.Dagegen entwickelte sich der Andrang in den Geschäften zumindest anfangs auch eher schleppend. "Der verkaufsoffene Sonntag war nicht ausreichend bekannt", vermutet Hermann Hammerle, Seniorchef des gleichnamigen Kaufhauses, als mögliche Ursache.

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