Schwimmende Brücke

WITTLICH/BREISACH. (red) Der "Brückenschlag 2006" über den Rhein im baden-württembergischen Breisach setzte einmal mehr ein Zeichen für ein zusammenwachsendes Europa.

Mit einer Länge von 220 Metern war die im Rahmen einer dreitägigen Großübung gebaute Pontonbrücke die längste Schwimmbrücke, die von Einsatzkräften des Technischen Hilfswerks (THW) je gebaut wurde. Der THW Ortsverband Wittlich beteiligte sich mit seiner Fachgruppe Wassergefahren an diesem Projekt. Die Wittlicher Helfer trainierten zusammen mit rund 1000 Kräften französischer und deutscher Einsatzorganisationen den grenzübergreifenden Katastropheneinsatz. Ein schwerer LKW-Unfall auf der Überleitung von der B31 auf die Route Nationale (N17) war das realistische Ausgangsszenario für die Großübung "Brückenschlag 2006" - schließlich kreuzen täglich hunderte LKW auf ihrem Weg durch Europa den Rhein bei Breisach. Die Brücke würde für längere Zeit nicht passierbar sein, eine Lösung musste her. Mit der Fachgruppe Wassergefahren verfügt das THW über ein leistungsstarkes Instrument, um schnell und effizient - wie in diesem Fall - den Rhein zu überbrücken und den Verkehr wieder ins Rollen zu bringen. 550 Einsatzkräfte aus 40 Ortsverbänden

Für den Brückenschlag in Breisach setzten die Übungsplaner des THW auf eine Ponton-Brücke. Ein Bauwerk, das aus schwimmenden Plattformen besteht. Jede dieser Plattformen ist zehn Meter lang und hat mit 2,95 Meter die Breite einer Fahrbahn. Getragen wird jede dieser Plattformen von vier Arbeitsbooten, so genannte Pontons. Sie sorgen mit ihren Außenbordmotoren auch für die Stabilität auf dem Fluss. Für das Mammut-Projekt "Brückenschlag 2006" wurden insgesamt 20 Plattformen aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz sowie dem Saarland zusammengezogen. 550 THW-Einsatzkräfte aus 40 Ortsverbänden wurden in die logistische Umsetzung und in den Aufbau der Brücke eingebunden. Neben dem Ortsverband Wittlich waren aus der Moselregion auch die Ortsverbände Cochem und Trier beteiligt. Weitere 450 Einsatzkräfte der deutschen und französischen Partnerorganisationen beteiligten sich am Rahmenprogramm des Übungsprojektes. Historisch gesehen war die schwimmende Brücke keine Neuheit. Bis Ende 1944 stand an der Stelle bereits eine Schwimmbrücke, die die Städte Breisach und Neuf-Brisach miteinander verband.

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