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Schwimmspaß allein reicht nicht: Freibad Kröv und Moseltherme Traben-Trarbach sollen attraktiver werden

Schwimmspaß allein reicht nicht: Freibad Kröv und Moseltherme Traben-Trarbach sollen attraktiver werden

Ein Freibad kann auch Partyraum sein. In Kröv kamen im Juli 1700 Besucher zur ersten After-School-Party. Vor allem für junge Leute werden 2017 ein Beachvolleyballfeld und ein Bolzplatz folgen. Auch in die Moseltherme Traben-Trarbach wird weiter investiert.

Kröv/Traben-Trarbach. Das Wetter im Sommer war bescheiden - zumindest für die Freibäder. Speziell im Juni lief nicht viel. Richtig schön wurde es dann noch im September. Das führte dazu, dass einige Bäder die Saison verlängerten. Auch im Kröver Bad war das so. Nach Auskunft von Marcus Heintel, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, tat das der Bilanz noch gut. Trotzdem zog es nur 27 809 Besucher ins Freibad mit der großen Rutsche. Zum Vergleich: 2015 waren es 29 542.

Das Wetter spielt sicher eine Rolle, aber auch die Rahmenbedingungen verdienen Beachtung. "Wir stehen in Konkurrenz zu anderen Bädern. Wir wollen das mehr Leute kommen - vor allem mehr Jugendliche. Und wir wollen im Bad mehr Veranstaltungen bieten", sagt Hajo Neumes, Werkleiter der VG Traben-Trarbach.

In dieser Hinsicht macht die erste After-School-Party Mut. 1700 Besucher kamen am ersten Dienstag in den Sommerferien auf die Anlage und feierten bis Mitternacht. Das schreit nach Wiederholung. Und die wird es 2017 auch geben. Die Anlage in Kröv ist großzügig bemessen. Es gibt sogar noch ein ungenutztes 3300 Quadratmeter großes Areal. Auf ihm sollen nach der Saison 2017 eine Beachvolleyballanlage und ein Bolzplatz entstehen. 2018 soll dann unter anderem noch ein Fitnessparcours dazu kommen. 2017 sind Investitionen von 100 000 Euro geplant, 2018 sollen noch einmal 65 000 bis 70 000 Euro folgen.
Manfred Engels, Mitglied im Ausschuss für Sport-, Spiel- und Freizeiteinrichtungen spricht von einem "tollen Angebot". Gerade die jungen Leute sollten in Planung und Umsetzung einbezogen werden, wünscht er sich. Diese Zusicherung hat die Verwaltung schon gegeben.

Für die Moseltherme in Traben-Trarbach gelte dasselbe wie für Kröv, sagt Hajo Neumes. "Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Bädern." Die Besucher kämen auch aus Wittlich und Trier. Zementiert sei das aber nicht. "Wenn wir nicht investieren, fahren sie woanders hin. Dann fallen wir hinten runter", sagt der Werkleiter.
Saniert werden soll vor allem der Sanitär- und Duschbereich. Als Gesamtinvestition für die Anlage mit mehreren Becken unter Dach und im Freien sowie eine Saunalandschaft sind 2017 167 000 Euro vorgesehen.
In der Moseltherme werden pro Jahr etwa 90 000 Badegäste gezählt. Dazu kommen etwa 14 000 Saunabesucher. Der Saunabereich wurde 2011 für mehrere 100 000 Euro erneuert und umgestaltet.Meinung

 Das 140 Quadratmeter große Thermebecken (mit Whirlpool) ist das Herzstück der Moseltherme.
Das 140 Quadratmeter große Thermebecken (mit Whirlpool) ist das Herzstück der Moseltherme. Foto: (m_mo )

Ein Stück Grundversorgung
Geht es nur nach der Rentabilität, müssten wahrscheinlich alle Frei- und Hallenbäder geschlossen werden, denn Gewinn ist dort ein Fremdwort. Sie gehören aber quasi zur Grundversorgung. Und das sollte auch so bleiben. Gerade ländlichen Regionen ginge sonst ein großes Stück an Attraktivität verloren. Bäder bringen kein Geld, sie kosten. Denn es muss investiert werden - egal ob es sich um Sanierung oder Zusatzangebote handelt. Sonst geht irgendwann auch niemand mehr hin. In einer Urlaubsregion wie der Mosel muss gelten: Sie braucht solche Angebote. Aber auch die Bürger haben ein Recht auf Erholung und Spaß. c.beckmann@volksfreund.de