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Schwindelerregend selbst vom Boden aus

Schwindelerregend selbst vom Boden aus

An die 1000 Gäste lockte das Flugplatzfest des Deutsch-Amerikanischen Segelflugclubs (DASC) auf den Mont Royal. Fliegerische Höhepunkte waren die Kunstflüge, und erstmals konnten drei Tragschrauber auf dem Flugplatz bestaunt werden.

Traben-Trarbach. Begeistert berichtet DASC-Mitglied Achim Ochs von seinem ersten Rundflug mit Pilot Jan Harlfinger, der Fluglehrer für Tragschrauber auf dem Flugplatz Mainz-Finthen ist. Als Mischung zwischen normalem Flugzeug und Hubschrauber beschreibt Ochs das Gerät, dessen Rotor nur vom Fahrtwind angetrieben wird, und der bläst der Besatzung im offenen Cockpit auch um die Nase. "Hinter der Scheibe sitzt man aber ganz kommod", hat Ochs festgestellt, und Harlfinger weiß, dass inzwischen auch die ersten geschlossenen Tragschrauber hergestellt werden. Die Flieger sind sehr wendig und haben einen Geschwindigkeitsbereich zwischen 60 bis 160 Kilometern pro Stunde.

Jean-Pierre Fallis aus Luxemburg, der als Jumbo-Pilot durch die Welt düst, zeigt mit einer Extra 300 Kunstflug vom Feinsten. DASC-Vorsitzender Roger Dunn ist fasziniert, dass die von Walter Extra aus Dinslaken entwickelte Maschine zuerst nur als Modell-Flugzeug existierte und nach dessen Erfolg als großes Flugzeug gebaut wurde. "Kunstflug ist körperlich harte Arbeit", sagt der Pilot, der Ende August an den Deutschen Meisterschaften teilnimmt, wo er zur Oberliga gehört. In Traben-Trarbach führt er vor den begeisterten Zuschauern das Pflichtprogramm und seine Kür vor. Ob waagerecht, senkrecht, kopfüber oder kopfunter, die Kunstflug-Figuren sind atemberaubend und schwindelerregend selbst vom Boden aus. Auch Boeing-Pilot Tim Tibo aus Bengel, der seit dem 14. Lebensjahr dem DASC angehört und hier den Segel- und Motorflug erlernte, beeindruckt mit einem erstklassigen Kunstflug in einer Christen Eagle. Der rote Doppeldecker besteht aus Holz, Metall und Stoff. Mit Paraffinöl, das auf den Auspuff gesprüht wird, erzielt der junge Pilot dramatische Raucheffekte. Begeisterter Beifall empfängt die beiden Piloten nach ihren fantastischen Flügen.

Der Modellflugverein Säubrenner Wittlich e.V. zeigt mit kleinen Maschinen große Effekte, und eine Bruchlandung gibt es beim waghalsigen Versuch, unter einer Brücke hindurchzufliegen. Der junge Pilot bleibt unversehrt, denn das Unglück geschieht nur im Flugsimulator, der von Marius Krämer betreut wird. Dessen Vater Hermann freut sich, dass die Kinder hier in einer perfekten und maßstabsgetreuen Nachbildung der Mosellandschaft rund um Traben-Trarbach ihre ersten Flugerfahrungen machen können.