Schwollener baut weiter
Der Druck, in neue Gebinde zu investieren, und Dumpingpreise im Handel machen der Getränkeindustrie das Leben schwer. Ein unaufhaltsamer Konzentrationsprozess ist die Folge. In diesem Bewusstsein agiert Schwollener Sprudel, der ältere und kleinere Nachbar von Hochwald-Sprudel.
Schwollen. Weiter auf Expansionskurs steuert Schwollener Sprudel: Im Mai installiert der Mineralbrunnen seine zweite PET-Linie; die erste ging 2002 in Betrieb. Auf das Doppelte vergrößert wurde das Werk II, das dann die beiden PET-Produktionsstraßen und das Logistikzentrum unter einem Dach vereint. "Unsere neue Anlage hat eine Leistung von 18 000 Literflaschen in der Stunde und ist für sieben Formate zwischen 0,33 und 1,5 Liter ausgelegt", informiert Inhaber Hans-Walter Frühauf, der die zusätzlichen Kapazitäten für neue Wellness-Getränke und Lohnabfüllungen nutzt. Trotz des Trends zu Kunststoffgebinden ist die Nachfrage nach Schwollener -Erzeugnissen in Glas ungebrochen. Mit der kompletten Modernisierung der Abfüllmaschine sieht sich der 52-Jährige für die Zukunft gut gerüstet: "Unser Ziel ist, unsere starke Position in der Gastronomie zu festigen." Dabei setzt die 1929 gegründete Firma neben dem Gourmet-Mineralwasser, auf die Premium-Orangen-Limonade und die Apfelschorle in Langhalsflaschen. Doppelte Sicherheit durch Fremdkontrollen
Hatte in den ersten vier Monaten alles auf eine beachtliche Absatzsteigerung hingedeutet, so führte der für die Branche schlechte Sommer dazu, dass sich die Füllungen etwa auf dem Niveau des Vorjahrs, nämlich 80 Millionen, bewegen. Mittelfristig peilt der Familienbetrieb 130 Millionen an. Um das Sortiment stetig ausbauen zu können, wurde nicht nur das Lager erweitert: Dank zehn neuer Tanks erhöhten sich die für die Erfrischungsgetränke benötigten Wasservorräte von 0,6 auf 1,6 Millionen Liter, zudem wurden zwei neue Brunnen gebohrt. "Wir haben fünf inzwischen anerkannte Mineralwasserquellen", betont Frühauf. Erstmals verfügt er über ein eigenes Labor. "Mit den Fremdkontrollen haben wir jetzt doppelte Sicherheit." Wichtig ist für den Geschäftsführer "eine gesunde Struktur", ohne von einzelnen Kunden zu sehr abhängig zu sein: "Auf dieser Grundlage können wir uns kontinuierlich entwickeln und unseren 80 Beschäftigten einen dauerhaften Arbeitsplatz bieten." Verpflichtet fühlt er sich auch gegenüber der Heimatregion, was sich in der Förderung für Kultur und Sport widerspiegelt: "Etliche kleine Vereine haben es schwer, einen Sponsor zu finden." Umgekehrt wünscht sich der Unternehmer, "dass die Verbraucher die heimische Wirtschaft stärker unterstützen, statt Billigware zu kaufen, die nicht die gleiche Qualität bietet - der Preiskampf wird immer härter."