Sechs Termine in acht Tagen
Der erste Rummel um Bürgermeisterin Christiane Horsch hat sich gelegt. Ihren ersten öffentlichen Auftritt in einem Kommunalparlament, dem Ortsgemeinderat Trittenheim, verfolgte nur ein Zuhörer.
Trittenheim. (cb) Wenn Christiane Horsch so weitermacht wie in den ersten Wochen ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron, wird sie, selbst in der kleinen Kommune, zur "Kilometerfresserin". Um sich auf die Sitzung des Ortsgemeinderats Trittenheim, ihren ersten Auftritt bei einem Kommunalparlament der VG, vorzubereiten, hatte sie sechs Ortstermine innerhalb von acht Tagen. Sie startete mit einem Appell an die Mitglieder des Rates und wird Ähnliches sicher auch in den anderen Orten verlauten lassen. "Ich werde Ihnen zur Seite stehen. Kommen sie auf mich zu, wenn sie Ideen haben", sagte sie. Dem Gremium war anzumerken, dass es mit der neuen Frau an der Verwaltungsspitze auf eine neue Qualität der Zusammenarbeit hofft. "Wir sind sehr froh, eine neue Chefin zu haben, die uns berät und mit Ideen zur Seite steht", sagte Ortsbürgermeister Helmut Ludwig. Der Schulterschluss zwischen der Verwaltung und der Ortsgemeinde habe in den vergangenen Jahren gefehlt, bemerkte er. "Es muss jemand da sein, der sagt, das geht oder das geht nicht." Horschs Vorgänger, Hans Werner Schmitt, habe oft nichts gesagt und damit das Verhältnis zwischen Verwaltung und Ortsgemeinde belastet. "Wo war fünf Jahre die Verwaltung?", fragte Ludwig in den Raum. Mit der neuen Bürgermeisterin werde sich das ändern. Ludwig: "Wir wollen mitgestalten, und wir wollen mehr herausholen als in den vergangenen Jahren."Investoren-Ausschreibung für Gemeindezentrum
Dass dies nicht immer gelingen wird, wurde in der ersten Sitzung deutlich. Der Wunsch der Weinbau- und Tourismus-Gemeinde, ein Wassertretbecken und ein Beachvolleyball-Feld anzulegen sowie ein neues Gemeindezentrum zu bauen, hängt am Geld. Und freiwillige Leistungen seien angesichts kaum gefüllter Kassen und Schulden immer zu hinterfragen, sagte Horsch. Die Kommunalaufsicht tue das sowieso. Ausweg könnten zum Beispiel private Initiativen sein. Für den Beachvolleyball-Platz soll aber auch ein Betrag im Nachtragsetat platziert werden. In Sachen "Gemeindezentrum", bei dem es um mehrere Gebäude geht, regte Horch eine öffentliche Investoren-Ausschreibung an. Eines wurde bei ihrem ersten Auftritt in einer Sitzung deutlich: Der Rummel hat sich wieder gelegt. Nur ein Zuhörer war da.