Seemann trifft Schneewittchen

Für viele Karnevalisten ist es nicht einfach, Ende August Helau zu rufen. Aber in Niederkail haben die 25 Fußgruppen und Wagen so viel Fastnachtslaune mitgebracht, dass die meisten mitgerissen wurden. Sogar Besucher aus Thürigen und den Niederlanden kamen zu Besuch.

Landscheid-Niederkail. Petrus muss ein Karnevalist sein. Während es am Samstagnachmittag noch trüb war und leichter Regen fiel, riss um kurz vor 18 Uhr die Wolkendecke auf, und die Sonne strahlte.
Besucher aus Thüringen



Auf der Dorfstraße traf man schon früh auf Seemänner, Hexen und Prinzessinnen, die bei Karnevalsmusik auf den Umzug warteten. Dennoch war nicht allen wohl bei Karneval im Sommer. Margret Groeger, Zuschauerin, meint: "Wir feiern sehr gerne Karneval, aber hier fehlt mir der Vorlauf. Im Winter fängt man schon einige Monate vor dem Unzug an, Kleider zu nähen und sich vorzubereiten."
Anders sieht das Christina Schlick. Sie sagt: "Es ist ungewohnt im Sommer, aber ich finde es lustig. Im Winter ist ja überall Karneval, und im Sommer ist es schon was Besonderes." Spätestens als die ersten Wagen in Sicht waren, war es für die meisten egal, ob Sommer oder Winter ist. Sie riefen "Helau", schnappten Bonbons, tranken ein Gläschen, sangen und begrüßten Bekannte. Neben Gruppen aus den Nachbarorten waren auch Wagen aus Ehlenz und Zweibrücken dabei.
Eine Gruppe Motorradfahrer aus Thürigen und den Niederlanden, die zufällig durch Niederkail gefahren sind, verstanden erst gar nicht, was los war. Sie vermuten, zu Hause würde man ihnen nicht glauben, dass sie am 31. August Karneval gefeiert hatten.
Die Verantwortlichen des Karnevalsvereins Niederkail freuen sich darüber, dass beim Sommerumzug deutlich mehr los war als im Winter. Vorstandsmitglied Claudia Weber zieht erleichtert Bilanz: Das Wetter war gut.
Alle 25 Gruppen, die gemeldet waren, sind gekommen, und es waren viele Besucher da, die gefeiert haben. Vielleicht sollten wir das noch einmal wiederholen." chb