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Sehen, schnuppern, fachsimpeln und genießen

Sehen, schnuppern, fachsimpeln und genießen

Vom Stadtgarten mitten in Wittlich über den Steillagengarten an der Mosel und den Nutzgarten im Hunsrück: Diese privaten Refugien konnte am Sonntag jedermann am Tag der offenen Gartentür besuchen. Das Wetter spielte mit, teils kamen weitaus mehr als 100 Neugierige je Garten.

Bernkastel-Wittlich. "Willst du für eine Stunde glücklich sein, so betrinke dich. Willst du für drei Tage glücklich sein, so heirate. Willst du für acht Tage glücklich sein, so schlachte ein Schwein und gib ein Festessen. Willst du aber ein Leben lang glücklich sein, so schaffe dir einen Garten." Das ist eine angeblich japanische Weisheit, deren letzten Hinweis Menschen auch im Landkreis Bernkastel-Wittlich gerne beherzigen. Zwar "arbeiten" die Deutschen im Garten, während die Franzosen und Engländer rein sprachlich eher "gärtnern", aber ein Vergnügen ist das private grüne Glück allemal. Und es macht neugierig. Wer mal nicht nur in Nachbars Garten über den Zaun blicken will, hat beim Tag der offenen Gartentür des Verbands der Gartenbauvereine Gelegenheit. Die haben am Sonntag kreisweit viele Menschen genutzt. Der TV hat bei Gastgebern und Besuchern nachgefragt und dokumentiert die Eindrücke. Wittlich-Neuerburg. Zahlreiche Besucher erlebten bei gutem Wetter in Wittlich-Neuerburg den Garten der Familie Schmitz, eine natürlich anmutende Anlage mit verwunschenen Pfaden, verträumten Sitzplätzen, einer vielfältigen Staudensammlung und jeder Menge hübscher Kleinigkeiten, welche dem Garten besonderen Charme verleihen.Die Besucher informierten sich über Gestaltungsmöglichkeiten, fanden Anregungen und Ideen für das eigene grüne Reich und fachsimpelten untereinander. Die jüngsten Besucher freuten sich über leibhaftige Hühnerküken und Wachteln. Am Schluss des Gartenrundganges gab es Kräuterbowle und leckere Kleinigkeiten aus der Lavendelküche.Mülheim. 80 Neugierige aller Altersklassen erlebten bei herrlichem Wetter den Garten von Heike Lamberty in der Schillings Mühle. Für viele, die Gäste kamen teils von weit her, war der Besuch ein Genuss. Sie konnten zudem im alten Mühlengraben beim Kneippen oder einfach beim Kaffee auf einem ruhigen Plätzchen im Garten entspannen.Kleinich/Götzeroth. Die IG Garten Freunde Eifel-Mosel-Hunsrück lud zu Ursula Hacker aus Kleinich /Götzeroth. Auch dort herrlicher Sonnenschein und 90 Besucher. Sie waren begeistert vor allem vom großen Nutzgarten, eingebunden in einen blühenden Garten auf altem Bruchsteingemäuer aus Hunsrückschiefer. Dazu gab es Kaffee oder einen Sekt mit selbst gemachtem Holundersirup. Gefachsimpelt wurde dann im alten Obstgarten. Wittlich. Agnes Claaßen öffnete ihren Stadtgarten, und deutlich mehr als 160 Menschen kamen, die ausnahmslos begeistert waren. Agnes Claaßen sagt: "Ich habe die vielen netten Gespräche als Bestätigung und Belohnung zugleich empfinden können und bin froh, dass alle Besucher es als besonderen Genuss empfunden haben, hier eine kurze Zeit zu verweilen." Durch ein Übermittlungsproblem kann der TV kein Foto ihres Gartens veröffentlichen. Das wird nachgeholt.Graach/Schäferei. Der Garten auf der Graacher Schäferei empfing mehr 100 Besucher. Sie genossen den Ausblick ins Moseltal, die gesunden Rosen und die Steillagen. Elisabeth Meyer sagt: "Dass unser Garten fast frei von Ungeziefer, vor allem den Schnecken ist, verdanken wir der Natur.Sie wird durch Insektenhotel, Nistkästen, Vögel und Eidechsen unterstützt. Dass Garten mit Arbeit verbunden ist, die bei uns durch die terrassenförmige Hanganlage erschwert ist, haben viele Besucher erkannt und den Garten noch mehr geschätzt. Für viele war es ein erfüllter Sonntag, der sie durch mehrere offene Gärten führte." Dodenburg. Vielleicht führte diese Fans der von Menschenhand gestalteten Natur der sonntägliche Ausflug ins Grüne dann über die Mosel hinweg nach Dodenburg. Dort lud Maria Senftleben-Gudrich unter alte Obstbäume und zu blühenden Rosen, Rittersporn und Gartenteich. Termin verpasst? Macht nichts: Die IG-Gartenfreunde lädt am Samstag, 6. Juli, 17 Uhr und Sonntag, 7. Juli, 15 Uhr zu Führungen durch den Garten von Familie Gorges in Morbach-Hundheim, Auf dem Hügel 4, ein. Die Teilnahme inklusive Getränk kostet fünf Euro. Schwerpunkte des Rundganges sind die Elemente "Feuer-Wasser-Erde". Die Gäste erwartet eine naturnahe Gartenanlage mit Teich, Holzbackofen, Senkgarten, vielseitigen Beeten und ein Gemüsegarten nach Vorbild des typischen Bauerngartens. Gartenführerin ist Brunhilde Gorges.