Sein Herz schlägt für die Musik

Norbert Kraff ist Landtagskandidat für die FWG im Wahlkreis 22. Musik ist die Leidenschaft des Hetzerathers. Er dirigiert das Mandolinenorchester des Orts und gibt Gitarrenunterricht. Der Diplomfinanzwirt arbeitet bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Hetzerath. Musik nimmt im Leben von Norbert Kraff viel Raum ein. "Musik beruhigt die Nerven, das ist mein Ausgleich. Andere laufen durch den Wald", sagt der 59-Jährige. "Laufen wär'dir ja auch zu anstrengend", sagt seine Frau Helga und lacht.

Seit er neun Jahre alt ist, spielt Kraff Gitarre, zurzeit vorzugsweise spanische Folklore und Tango. Er beherrscht den Contrabass und die Mandoline und hat früher Trompete gelernt.

Seit 27 Jahren dirigiert er das Hetzerather Mandolinenorchester, seit 36 Jahren ist er im Vorstand der Mandolinenvereinigung aktiv, zwei Jahrzehnte davon als Vorsitzender. "Was ich mache, mache ich richtig. Ich mag keine halben Sachen", sagt der Hetzerather. Mit seinen 59 Jahren ist er der Älteste im Mandolinenorchester mit einem Altersdurchschnitt von 22 Jahren.

"Mit jungen Leuten bleibt man immer auf dem neuesten Stand", sagt er und erzählt die Anekdote von der Zwölfjährigen, die eines Tages zu ihm kam und meinte: "Herr Kraff, ich komme jetzt in die Pubertät." Amüsiert ergänzt der Musikliebhaber: "Seit 36 Jahren komme ich aus der Pubertät nicht mehr heraus."

Kraff muss sich stetig neuen Nachwuchs für sein 37-köpfiges Orchester suchen, denn immer wieder scheiden Mitglieder aus, weil sie zum Arbeiten oder Studieren woanders hinziehen. Den Nachwuchs findet er in der Grundschule, in der er regelmäßig durch alle Klassen tingelt und Musik zum Anfassen bietet. Auf leeren Seiten zupft er zusammen mit den Kleinen ein Lied "bis zum Exzess". Im Verein können die Schüler dann bei ihm Gitarre lernen und bei zwei anderen Ausbildern Mandoline. Kraff ist es wichtig, dass sich auch sozial Schwächere den Unterricht leisten können und der Verein bei Bedarf schon mal den Kauf von Instrumenten unterstützt. Sein Motto: "Fördern und fordern."

Auch beruflich hat Kraff schon einiges erlebt. Die Lehre zum Industriekaufmann führte ihn nach Remscheid ins Bergische Land. Anschließend studierte er an der Fachhochschule des Bundes in Brühl. Als Diplomfinanzwirt arbeitete er für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, das frühere Bundesvermögensamt, wechselweise in Koblenz und in Trier. Sein Wohnort blieb immer Hetzerath. Heute ist er in leitender Funktion im Bereich Konversion/Verkauf tätig.

Seine Tätigkeiten wechselten stetig. Nach dem NATO-Doppelbeschluss kümmerte er sich in den 80er Jahren um die Aufrüstung. Später war Abrüstung gefragt, jetzt die Konversion. Das erste Konversionsprojekt, das Kraff begleitete, war der Industriepark Region Trier bei Föhren, der auf der ehemaligen französischen Hubschrauberbasis entstand. Kraff: "Wenn ich heute sehe, wie viele Arbeitsplätze es dort gibt, dann bin ich schon ein bisschen stolz."

Bei allem Hin und Her, den vielen Terminen im Verein und dem kommunalpolitischen Engagement seit 1979 in der FWG wird Kraff von seiner Frau, die einen Teilzeitjob in der Schulverpflegung hat, unterstützt. "Sie managt mich und hält mir den Rücken frei", sagt er. Die beiden sind sich vor 41 Jahren beim Tanzen näher gekommen. Und wieder hält Kraff eine Anekdote zum Schmunzeln parat. Zur Silberhochzeit hat er sich bei seiner Frau für ihre Treue bedankt. Sie sagte: "Das war einfach, du warst von den 25 Jahren 15 nicht da."

Auch ansonsten scheint das Familienunternehmen Kraff zu funktionieren. Sohn Martin, der Mandoline spielt und in Bonn Medizin studiert, unterstützt an Weihnachten immer mal wieder das Hetzerather Orchester, wenn er heimkommt.

Der Wahlkreis 22 (Wittlich) umfasst neben der Stadt Wittlich die Verbandsgemeinden Wittlich-Land, Kröv-Bausendorf und Manderscheid.